Geschlechtergerechtes Arbeiten – Warum eigentlich?

Ein Artikel von Mina Mittertrainer

Eine Einführung in gesellschaftsrelevante Grundlagen der Geschlechterpädagogik

Geschlechtergerechtes Arbeiten, Genderpädagogik, Sensibilität für Diversität – das sind Begriffe, die auch in der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stetig an Bedeutung zu gewinnen scheinen. Während der Geschlechterfokus von manchen Personen als wichtige Ergänzung in die eigene Arbeit integriert wird, gibt es auch Gegenreaktionen, die die Relevanz dessen in Frage stellen. Im Folgenden möchte ich daher ausgehend von der aktuellen gesellschaftlichen Lage von Männern und Frauen darlegen, warum die geschlechtergerechte Pädagogik ein wichtiger Baustein ist, um gegen Ungleichheiten vorzugehen. Die (bezahlte) Arbeit als „zentraler Modus der Verteilung von Anerkennung sowie von Ressourcen“ (Villa 2009:116 f.) steht dabei im Fokus der Darlegungen, da dort vorwiegend die Grundlage sowohl für die finanzielle Lage als auch das Selbstwertgefühl und die Identitätsbildung von Personen innerhalb unserer Gesellschaft (vgl. Waters, Moore 2002) geschaffen wird.

Frauen und Männer sind in Deutschland formal und rechtlich gleichgestellt – das ist sogar im Grundgesetz verankert: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“ (Art. 3 Abs. 2). Diese Gleichberechtigung zeigt sich auch in weiteren Gesetzesbeschlüssen über die letzten 100 Jahre hinweg. So dürfen Frauen in Deutschland seit 1919 wählen und sich zur Wahl aufstellen lassen; seit 1976 dürfen Frauen ohne die Erlaubnis ihres Ehemanns arbeiten gehen; und seit 1988 ist eine ungleiche Entlohnung von Frauen und Männern für dieselbe Arbeit gesetzeswidrig. Diese rechtlichen Entwicklungen hatten Einfluss: So sind heute ca. 73% aller deutschen Frauen erwerbstätig (bei den Männern sind es 81%) und machen damit 46% der erwerbstätigen Bevölkerung aus (Bundesagentur für Arbeit 2018). Die Frauenerwerbsquote ist in den letzten Jahrzehnten dabei kontinuierlich angestiegen, weshalb viele Personen eine Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern bereits als gegeben annehmen.

Problematisch ist jedoch, dass in diesen Statistiken verschiedene anhaltende Ungleichheitsfaktoren unsichtbar bleiben. So lässt sich der kontinuierliche Anstieg der Frauenerwerbsquote fast ausschließlich auf die Quote der in Teilzeit arbeitenden Frauen zurückführen, während der Anteil der in Vollzeit beschäftigten Frauen weitgehend konstant blieb. Heute arbeiten ca. 47% der erwerbstätigen Frauen in Teilzeit (bei den Männern sind es ca. 11%), was nicht nur mit einem geringeren Lohn einhergeht, sondern auch geringere Aufstiegs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten in der Karriere mit sich zieht. Diese hohe Teilzeitquote lässt sich wohl darauf zurückführen, dass Frauen (vor allem in heterosexuellen Paarbeziehungen) auch weiterhin für den Großteil der unbezahlten Sorge- und Hausarbeit verantwortlich sind. Frauen übernehmen aktuell ca. 1,6 mal so viel Hausarbeit und sogar 2,4 mal so viel Fürsorgearbeit wie Männer, die nach der Geburt eines Kindes ihr bezahltes Arbeitspensum oft noch erhöhen (Gleichstellungsbericht 2017). Die Ausübung unbezahlter Haus- und Sorgearbeit ist also ein Faktor, der die berufliche Weiterbildung und Verwirklichung von Frauen erschwert.

Eine Gruppe von Menschen, die gemeinsam auf Sofas um einen Tisch sitzen und diskutieren.
47% der erwerbstätigen Frauen arbeiten in Teilzeit. Bei Männern sind es nur 11%.
Quelle: pixabay.com

Ein weiteres Problem liegt in der sogenannten horizontalen und vertikalen Segregation des Arbeitsmarkts, also in geschlechtlich induzierten Ungleichheitsstrukturen in der Arbeitswelt. Die horizontale Segregation des Arbeitsmarkts beschreibt die Unterscheidung ‚typischer Männer- und Frauenberufe‘, in denen jeweils ein Geschlecht deutlich überrepräsentiert ist. Diese Teilung geht auch mit einer starken Wertung einher, wobei typisch ‚weiblich‘ geprägte Berufe systematisch als weniger anspruchsvoll und relevant gelten, eine schlechtere Bezahlung aufweisen (vgl. Wetterer 2005:65) und häufiger auf Basis befristeter Verträge ausgeübt werden (vgl. Gleichstellungsbericht 2017:30). Diese finanzielle Abwertung als ‚weiblich‘ geltender Berufe wie auch geringere Aufstiegschancen in diesen Feldern gelten als eine Teilerklärung für den Gender Pay Gap (vgl. u.a. Leuze, Strauß 2016, s. auch weiter unten). Der Begriff der vertikalen Segregation bezeichnet eine geschlechtliche Trennung nach Ranghöhe und Einfluss innerhalb einer Branche. Obwohl Frauen häufiger als Männer ihr Abitur machen, stoßen viele im Berufsleben an eine sogenannte ‚Glass Ceiling‘, die den Aufstieg in Führungs- und Management-Positionen trotz gleicher oder auch besserer Qualifikation erschwert (vgl. Böing 2009:215). Wenn Ungleichheit wie von Raphael Beer (2004:28; Herv. i. Org.) als „unterschiedliche Lebenschancen bzw. -qualitäten“ definiert wird, kann im Bereich der Erwerbsarbeit also von einer geschlechtlich induzierten Benachteiligung von Frauen gesprochen werden.

Dies zeigt sich in verschiedenen, auch langfristigen, Auswirkungen unter anderem im finanziellen Bereich: So liegt die Differenz zwischen den durchschnittlichen Bruttoverdiensten von Männern und Frauen, also der unbereinigte Gender Pay Gap, momentan bei ca. 21% (Hobler, Pfahl 2019). Hier wird deutlich, welchen Einfluss der hohe Teilzeitanteil, die schlechter bezahlten Berufsbranchen sowie die geringeren Hierarchieebenen auf das absolute Gehalt von Männern und Frauen haben. Doch auch in vergleichbaren Positionen verdienen Frauen weniger als Männer: Der bereinigte Gender Pay Gap beträgt aktuell ca. 7% – Frauen bekommen also im Schnitt 7% weniger Gehalt als Männer für die gleiche Arbeit. Dieser Gender Pay Gap hat zum einen Einfluss auf die finanzielle Situation von Frauen im Berufsleben und dadurch auch auf die Dynamik innerhalb der Paarbeziehung – viele heterosexuelle Paare geben beispielsweise den geringeren Verdienst der Partnerin als Grund dafür an, dass sie einen großen Teil der Elternzeit übernimmt, was zu einer weiteren massiven Vergrößerung der Einkommenslücke zwischen den Partner*innen führt (vgl. Wimbauer 2012; Koppetsch, Speck 2015). Doch der Gender Pay Gap wirkt auch über das Berufsleben hinaus – ein geringeres Einkommen resultiert nämlich auch in einer geringeren Rente. So bekommen Frauen heute im Schnitt nur 60% der Rente, die Männer erhalten, was wohl vor allem auf langjährige Phasen in Teilzeit- oder ohne bezahlte Beschäftigung zurückzuführen ist. Die teils extrem geringe Rente von bis zu unter 200 € im Monat kann besonders für alleinstehende Frauen, Frauen mit behandlungsdürftigen Krankheiten oder Frauen, die in teuren Städten wohnen, in massiven Problemen in der Lebensführung resultieren (vgl. Götz 2019).

Ein Mensch betrachtet ein Sparschwein aus der Nähe.
Frauen bekommen im Schnitt 7% weniger Gehalt als Männer bei gleicher Leistung.
Bild: pixaby.com

Doch wie kommt es, dass diese Ungleichbehandlung von Männern und Frauen in der Gesellschaft auch in Zeiten der rechtlichen Gleichstellung noch so hartnäckig bestehen bleibt? Und sind Frauen nicht selbst schuld daran, dass sie sich oft in wenig lukrativen Berufen wiederfinden, mehr Hausarbeit erledigen oder wegen der Kinder in Teilzeit gehen? Eine eindeutige Erklärung für die ungleichen Lebenswege von Frauen und Männern zwischen Biologie und Sozialisation kann es wohl nie geben, da diese beiden Faktoren sich ständig gegenseitig beeinflussen und wechselwirken. Doch gibt es einige Hinweise darauf, welchen Einfluss die Erziehung und Sozialisation schon im frühesten Kindesalter auf die spätere Lebenssituation von Jungen und Mädchen haben kann. So gibt es Studien, die zeigen, dass Kinder von Erwachsenen unterschiedlich behandelt und angesprochen werden, je nachdem ob sie als Mädchen oder als Junge wahrgenommen werden (vgl. Eliot 2009). So werden Jungen eher ermutigt, ihren Körper sportlich einzusetzen, mit Logik fördernden Spielzeugen zu spielen oder Risiken einzugehen (vgl. Morrongiello, Dawber 2000), während mit Mädchen mehr Blickkontakt aufgebaut wird und emotional-soziale Kompetenzen durch Gespräche und Spiele aufgebaut werden (vgl. Leaper et al. 1998). Dies geschieht meist unbewusst, und ein abweichendes Verhalten der Kinder wird bereits früh unterbunden (vgl. Eliot 2009). Kinder lernen also schon in jungem Alter, welches Verhalten für sie angemessen ist und welches nicht, was sie sich zutrauen können und wie ein ‚normaler‘ Lebensweg für sie aussehen könnte, was in eben jener Ungleichheitsstruktur resultiert, die oben beschrieben wurde.

Wie kann die Pädagogik nun also diesen Entwicklungen entgegenwirken? Wie eine Studie zeigte, ist vor allem das deutliche Aufzeigen von Geschlecht im Erziehungskontext verantwortlich für die Entwicklung von Stereotypen bei Kindern und Jugendlichen. So bekamen die Erzieher*innen die Anweisung, ihre Gruppe explizit nach Geschlecht anzusprechen und aufzuteilen, um die Kategorie Gender bei den Jugendlichen relevant zu machen. Bereits nach zwei Wochen konnte festgestellt werden, dass eine stärkere Abgrenzung zum ‚anderen‘ Geschlecht vorgenommen wurde und stereotypere Annahmen über dasselbe geäußert wurden (vgl. Hilliard, Liben 2010). Eine konsequente Mischung von Gruppen und die nicht-geschlechtliche Aufteilung von Aktivitäten können also Wege sein, geschlechtliche Stereotype abzubauen. Auch die Aufklärung darüber, was Männer und Frauen verbindet und dass es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede in Bezug auf Intelligenz, Vorlieben und emotional-sozialer Kompetenz zwischen den Geschlechtern gibt, scheint die Abgrenzung zum ‚anderen‘ Geschlecht zu verringern (vgl. Hyde 2005).

Sieben gezeichnete Menschen stehen in einer Reihe hinter einander. Sie strecken alle ihren Arm aus und zeigen einen Daumen nach oben.
Geschlechtergemischte Gruppen helfen dabei, Stereotype abzubauen.
Bild: pixabay.com

Wie in diesem Artikel also dargelegt wurde, ist ein geschlechtlicher Fokus in der Pädagogik aus zwei Gründen essentiell für die Entwicklung und den späteren Lebensweg von Kindern und Jugendlichen: Zum einen kann klar nachgewiesen werden, welchen Einfluss das Verhalten und das Feedback von Erwachsenen gegenüber jungen Menschen hat. Assoziationen und Stereotypen zu Geschlecht werden bereits im kleinsten Kindesalter aufgebaut und haben Einfluss darauf, welche Vorlieben und Kompetenzen Kinder entwickeln und welche Bereiche sie als fremd empfinden. Dies hat zum anderen einen großen Einfluss auf die spätere Berufswahl und die damit einhergehenden Faktoren wie finanzielle Vergütung, gesellschaftliches Ansehen und Aufteilung der unbezahlten Sorge- und Hausarbeit – was unter anderem zu einer anhaltenden Abwertung ‚weiblich‘ konnotierter Berufsfelder und zu einem Gender Pay Gap führt, der auch im Alter noch in existenziellen Problemen resultieren kann. Die Basis für diese Entwicklungen wird also bereits im Kindesalter meist unbewusst und ohne böse Absicht von erwachsenen Bezugspersonen geschaffen – durch eine geschlechtersensible Pädagogik kann man aufkeimenden Stereotypen jedoch entgegenwirken und den Kindern und Jugendlichen einen flexibleren Lebensweg frei von geschlechtlich vorgegebenen Normen bereiten.

Bibliographie

Beer, Raphael (2004) ‘Demokratie als normative Prämisse der Ungleichheitsforschung’, in Peter A. Berger and Volker H. Schmidt (eds) Welche Gleichheit, welche Ungleichheit?, pp. 27–47. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Böing, Susanne (2009) Grundlagen zur Geschlechts- und Genderproblematik in Unternehmen. Lohmar: Josef Eul Verlag.

Bundesagentur für Arbeit (2018) Die Arbeitsmarktsituation von Frauen und Männern 2018, https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Personengruppen/generische-Publikationen/Frauen-Maenner-Arbeitsmarkt.pdf (zuletzt geprüft am 8 Aug 2019).

Eliot, Lise (2009) Pink Brain, Blue Brain: How Small Differences Grow Into Troublesome Gaps - And What We Can Do About It. Boston: Mariner Books.

Gleichstellungsbericht (2017) Erwerbs- und Sorgearbeit gemeinsam neu gestalten: Gutachten für den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, https://www.bmfsfj.de/blob/117916/7a2f8ecf6cbe805cc80edf7c4309b2bc/zweiter-gleichstellungsbericht-data.pdf (zuletzt geprüft am 31 Jul 2019).

Götz, Irene, Hrsg. (2019) Kein Ruhestand: Wie Frauen mit Altersarmut umgehen. München: Kunstmann.

Hilliard, Lacey; Liben, Lynn (2010) ‘Differing levels of gender salience in preschool classrooms: effects on children's gender attitudes and intergroup bias’, Child development 81(6): 1787–98.

Hobler, Dietmar; Pfahl, Svenja (2019) Gender Pay Gap 2006 – 2018, https://www.boeckler.de/52854.htm (zuletzt geprüft am 31 Jul 2019).

Hyde, Janet Shibley (2005) ‘The gender similarities hypothesis’, The American psychologist 60(6): 581–92.

Koppetsch, Cornelia; Speck, Sarah (2015) Wenn der Mann kein Ernährer mehr ist: Geschlechterkonflikte in Krisenzeiten, 1st edn. Berlin: suhrkamp.

Leaper, Campbell; Anderson, Kristin; Sanders, Paul (1998) ‘Moderators of gender effects on parents' talk to their children: a meta-analysis’, Developmental psychology 34(1): 3–27.

Leuze, Kathrin; Strauß, Susanne (2009) ‘Lohnungleichheiten zwischen Akademikerinnen und Akademikern der Einfluss von fachlicher Spezialisierung, frauendominierten Fächern und beruflicher Segregation’, Zeitschrift für Soziologie 38(4): 262–81.

Morrongiello, Barbara; Dawber, Tess (2000) ‘Mothers' responses to sons and daughters engaging in injury-risk behaviors on a playground: implications for sex differences in injury rates’, Journal of experimental child psychology 76(2): 89–103.

Villa, Paula-Irene (2009) ‘Feministische- und Geschlechtertheorien’, in Georg Kneer and Markus Schroer (eds) Handbuch Soziologische Theorien, pp. 111–32. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Waters, Lea; Moore, Kathleen (2002) ‘Predicting self-esteem during unemployment: The effect of gender, financial deprivation, alternate roles, and social support’, Journal of Employment Counseling 39(4): 171–89.

Wetterer, Angelika (2005) ‘Rhetorische Modernisierung und institutionelle Reflexivität.: Die Diskrepanz zwischen Alltagswissen und Alltagspraxis in arbeitsteiligen Geschlechterarrangements.’, FZG–Freiburger Zeitschrift für GeschlechterStudien 11(16).

Wimbauer, Christine (2012) Wenn Arbeit Liebe ersetzt: Doppelkarriere-Paare zwischen Anerkennung und Ungleichheit. Frankfurt am Main: Campus.

Datenschutz in Medienprojekten

Eine verschlossene Holztür. Sie ist mit einem Vorhängeschloss, das mit einem Herz verziert ist, gesichert.

Fotos per Messenger teilen, Likes in sozialen Netzwerken geben, den Standort zum Navigieren einschalten – bewegen wir uns im Internet, hinterlassen wir täglich Datenspuren.

Ein erster Schritt zu einem bewussteren Umgang mit personenbezogenen Daten ist deshalb ein Grundwissen zum Thema Datenschutz.

Datenschutz in Medienprojekten

Auch bei der Gestaltung von Medienpraxisprojekten ist es wichtig, im Vorhinein zu reflektieren, wie mit personenbezogenen Daten der Teilnehmenden umgegangen werden soll:

Wichtig bei der Arbeit mit Minderjährigen ist in jedem Fall das vorherige Einverständnis der Eltern.


Typisch Junge, typisch Mädchen? Medienprojekte zum Umgang mit Genderrollen

Im Prozess der Identitätsentwicklung spielt die Geschlechtsidentifikation bei Jugendlichen eine besondere Bedeutung. Rollenbilder ändern sich mit der Zeit und konfrontieren Jugendliche mit immer neuen Herausforderungen. In den folgenden Projekten werden besonders die Sichtweisen von Jugendlichen der Generation Z zur Geschlechterrolle von Jungs und Mädchen und ihr Umgang mit typischen Geschlechterklischees thematisiert.

Projekt „Girls vs. Boys“

Was ist „typisch Jungs“ und  „typisch Mädchen“? In dem authentischen Musikvideo Girls | Boys aus dem Projekt We Tube stellen die beteiligten Jugendlichen Geschlechterklischees vor. Sehr kreativ, offen und aber auch kritisch äußern die Jugendlichen ihre Meinung zu Rollenstereotypen des anderen Geschlechtes.

Projekt „Alles Mädchen“

Wie sollen sich Mädchen der Generation Z verhalten? Wie sieht das Rollenbild eines Mädchens in einer modernen Gesellschaft aus? Was sind Herausforderungen, heutzutage „ein Mädchen“ zu sein?

Alles Mädchen ist eine Filmreihe über die Geschlechterrolle von Mädchen in der modernen Gesellschaft. Mit einzelnen Videoporträts werden unterschiedliche Typen von Mädchen der Generation Z und ihre Sichtweise zur Geschlechterrolle von Mädchen dargestellt. Zusätzlich werden alltägliche Herausforderungen thematisiert, die die Vielfältigkeit des geschlechtsbezogenen Rollenbildes von Mädchen mit sich bringt.

Quelle/weiterführende Links: https://www.medienprojekt-wuppertal.de

Ein Kind mit langen Haaren liegt lächelnd auf dem Boden. Es trägt pinke Kleidung und einen pinken Party-Hut.
Alle Mädchen lieben rosa, so das Klischee. Woher kommt dieses Rollenbild?
Bild: pixabay.com

Projekt „Alles Junge“

Was bedeutet es, ein Junge zu sein? In wie weit wird mein Verhalten mit meinem männlichen Geschlecht in Verbindung gestellt?

Alles Junge ist eine Filmreihe über Jungs, in denen die Welt der Jungen und ihre unterschiedlichen Einstellungen zum eigenen Geschlecht dargestellt werden. In Form eines Interviews oder als Videotagebuch beschreiben die Jungen ihr Selbstbild bezüglich ihres Geschlechts und setzen sich mit ihrer Rolle als Junge in der Gesellschaft, Familie und Schule auseinander.

Quelle/weiterführende Links: https://www.medienprojekt-wuppertal.de

Ein Kleinkind spielt mit einem blauen Spielzeugauto auf dem Boden.
Jungs müssen hart sein und auf Autos stehen?
Bild: pixabay.com

Doing Gender!? Queere Medienprojekte

Wie entstehen Geschlechterbilder? In welchem Verhältnis stehen biologisches und soziales Geschlecht? Was passiert, wenn die eigene Geschlechterrolle mit gesellschaftlichen Normen und Werten kollidiert? Die folgenden Medienprojekte setzen sich mit Themen wie Doing Gender und Queer-Identität auseinander. Besonders im Fokus liegen Kategorisierungs- und Klassifikationsprozesse sowie die Wirkung von Geschlecht auf Statusunterschiede.

Projekt „She's the man – Drag King Workshop“

Wie sind die beiden Geschlechter Mann und Frau konstruiert? Wie erleben Frauen die beiden Geschlechter, wenn sie sich in die Rolle eines Mannes versetzen? Welches Geschlecht ist in der Gesellschaft mehr privilegiert?

In dem Drag King Workshop She’s the man wird den Frauen die Möglichkeit gegeben, durch Cross-Dressing den Mann in sich zu entdecken und nicht nur in männlicher Kleidung, sondern auch in „männliches“ Verhalten zu schlüpfen. Auch mithilfe von Übungen, Rollenspielen und Videoanalysen setzen sich die Teilnehmerinnen mit Themen wie Queer-Theorie und Doing Gender auseinander.

Quelle/weiterführende Links: https://www.pas-weber.de/she-s-the-man/

Projekt „Queer Gel(i)ebt"

Queer Gel(i)ebt ist eine Kurzfilmreihe zum Thema LGBTIQ. Mit dokumentarischen und fiktionalen Filmen wird das Lebensgefühl, Geschlechtsidentität und die Liebeserfahrungen lesbischer, schwuler, bisexueller, transsexueller, Transgender- und intersexueller junger Menschen transportiert. Zusätzlich werden auch Wahrnehmungen durch andere thematisiert, um die Zuschauer dieser Filme zum Thema LGBTIQ zu sensibilisieren.

Quelle/weiterführende Links: https://www.medienprojekt-wuppertal.de/queer-geliebt-filmreihe-zum-thema-lsbtiq

Projekt „NO TURNING BACK“

„NO TURNING BACK“ ist eine schwul-lesbische Jugendserie aus Dortmund, in der die verschiedenen Formen der Sexualität und der Liebschaften im Jugendalter näher betrachtet werden. Durch die Geschichte des jungen Paars Tom und Sarah wird die Entdeckung der Liebe, die mehr als nur eine normale Liebesgeschichte zwischen einem Mädchen und einem Jungen bedeutet, dargestellt. Die Serie wird mit der Unterstützung des Vereins Queerblick vom Dortmunder LGBT-Jugendtreff „Sunrise“ produziert.

Quelle/weiterführende Links: https://www.nrwision.de/mediathek/sendungen/no-turning-back/

Queer Things – Raum für queere Literatur

Während der Zeit des CSD vom 2. – 17. Juli 2022 wurde das Pixel² zu einem Raum für queere Literatur in München. Das JFF – Institut für Medienpädagogik gestaltete gemeinsam mit der Münchner Stadtbibliothek und queeren Organisationen ein vielfältiges Angebot. Queer-Sein wird aus unterschiedlichen, intersektionalen Perspektiven gezeigt: Kinderbücher, Comics, Romane, Fachliteratur – bei Queer Things finden sich Bücher für alle. Die ausgewählten Bücher konnten vor Ort angesehen und gelesen werden. Einige Exemplare erhielten persönliche Buchrezensionen von Personen aus der Community. Zusätzlich gibt es Aktionen wie z.B. Workshops, Lesungen und Vorträge.

Quelle/weiterführende Links: https://www.pixel-muc.de/veranstaltung/queerer-leseraum/

GenderOnline - Geschlechterbilder & Social Media zum Thema machen

Es werden Methoden für die Jugendsozialarbeit an Schulen entwickelt und Fortbildung für pädagogische Fachkräfte angeboten. In den entwickelten Methoden erfahren die Schüler*innen (neun bis 15 Jahre) mehr über Geschlechterrollen und reflektieren ihr Tun/Handeln in Social-Media-Angeboten. Begleitet wird dieser Praxisteil von einer wissenschaftlichen Studie, die unter anderem in Forschungswerkstätten konkrete Forschungsfragen verfolgt.

Quelle/weiterführende Links: https://gender.jff.de/

Gendersensible Sprache

Sprache verändert unsere Wahrnehmung. Gendersensible Formulierungen in unserem Alltag tragen zu mehr Toleranz und Diversität in der Gesellschaft bei. Warum gendersensible Sprache wichtig ist und wie man sie am besten verwendet, wird in den folgenden Beiträgen gezeigt.

Warum geschlechtergerechte Sprache sinnvoll ist

Die FUMA - Fachstelle Gender & Diversität NRW hat ein informatives Video zum Thema geschlechtergerechte Sprache veröffentlicht, in dem deren Notwendigkeit sowie Anwendungsbeispiele im täglichen Miteinander aufgezeigt werden. Das Video dauert zweieinhalb Minuten und ist daher auch für Zwischendurch geeignet.

Genderleicht

Wie kann ich beim Sprechen und Schreiben gendergerechte Sprache anwenden? Was muss ich bei der Medienproduktion in Text, Bild und Ton beachten? Und funktioniert das Ganze auch bei Leichter Sprache? Der Journalistinnenbund hat auf seiner Plattform genderleicht in einem Infoangebot für Medienschaffende und Interessierte Tipps und Handwerkszeug rund um das Thema Gendern zusammengetragen.

Geschickt Gendern - Das Genderwörterbuch

In dem von Johanna Usinger ehrenamtlich betriebenen Wörterbuch Geschickt Gendern finden sich zu gängigen Begrüßungsformeln, Bezeichnungen und Floskeln, welche früher nicht gendersensibel verwendet wurden, entsprechende Variationen. So wird beispielsweise aus „Oberarzt“ der geschlechtergerechte Begriff „ärztliche Führungskraft“. Darüber hinaus bietet die Seite Anregungen zur sinnvollen Verwendung verschiedener Formen im Alltag.

"Sichtbar sein"- Musikvideo von Pinkstinks

„Alle Schüler auf die Plätze!“ – fühlen sich Mädchen bei dieser morgendlichen Anrede in der Schule von Lehrkräften angesprochen? In dem von Mädchen produzierten Musikvideo „Sichtbar sein“ setzt die Initiative Pinkstinks ein Zeichen für den Einsatz von gendergerechter Sprache.

Informationsplattformen für Kinder und Jugendliche zum Thema Gender

Im Kinder- und Jugendalter kommen häufig Fragen zur eigenen geschlechtlichen Identität, oder sexuellen Orientierung auf. Eine gute Möglichkeit, sie bei der Auseinandersetzung mit den vielfältigen Fragen zu unterstützen, ist es, ihnen Plattformen an die Hand zu geben, auf denen sie sich selbstständig informieren können. Im Folgenden wird ein Überblick zu genderspezifischen Websites gegeben, die Kinder und Jugendliche nutzen können, um sich zu informieren, zu unterhalten oder auch politisch zu bilden.

Mein Testgelände

Mein Testgelände ist ein Gendermagazin für Jugendliche, das den Jugendlichen ermöglicht, ihre eigenen Meinungen und Einstellungen bezüglich Geschlechterfragen in Form von Texten, Raps, Videos, Slams, Comics oder Songs darzustellen. Nicht nur geschlechtliche Identität und sexuelle Orientierung sondern auch Liebe und Sexualität werden thematisch abgedeckt. Um die Welt möglichst aller Jugendliche zu präsentieren, werden auch kulturelle und religiöse Sichtweisen auf Geschlechterfragen berücksichtigt.

LizzyNet

LizzyNet ist ein Informations-Onlineportal für Mädchen und junge Frauen mit Durchblick. Das Magazin bietet Informationen zu den Themen Körper & Geist, Politik & Umwelt, Kult & Kulturen, Forschung & Bildung und Netz & Multimedia. In LizzyNet wird besonderer Fokus auf Bildungs- und Berufslaufbahnen von Frauen gelegt. Dementsprechend werden Informationen über Berufsbilder von Ausbildungs- und Studienberufen gegeben und Unterstützung bei der Berufswahl und Bewerbung angeboten. In der LizzyNet Community können alle Interessierten Mitglied werden. Damit haben sie die Möglichkeit, mit anderen Mädchen in Kontakt zu kommen und über spannende Themen in Chats und Foren miteinander zu diskutieren.

Ein Kind blickt interessiert in die Kamera. Auf der rechten Seite befinden sich viele kleine, bunte Icons mit verschiedenen Symbolen, wie z.B. einem Auto, einer Kamera, einem Einkaufswagen oder dem @-Zeichen.

Klick-Tipps.net

Klick-Tipps.net ist eine Onlineplattform, die geprüfte und sichere Kinderseiten empfiehlt und verbreitet. Sie wurde 2005 von der Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest und jugendschutz.net gegründet. Ziel ist es, zum einen Kindern im Alter von sechs bis 12 Jahren einen sicheren Surfraum anzubieten, zum anderen Eltern und pädagogische Fachkräfte bei der Auswahl von Kinderseiten und Apps zu unterstützen. Die Themenauswahl ist hier bunt gemischt und vielfältig. Es werden beispielsweise Themen wie Politik und Kinderrechte, Sport und Musik, Wissen und Lernen angeboten. Es können Themen bei der Klick-Tipps-Kinderredaktion eingereicht und Onlineinhalte bewertet werden.

Umfragetools

Umfragetools sind in Medienprojekten vielfältig einsetzbar und bieten Spaß und Abwechslung – ob als Einstieg in ein Thema, zur Reflexion oder in Form eines eigens erstellten Medienproduktes.

Mit ihrer Hilfe kann man....

Auch die Erstellung eines eigenen Quiz oder einer Umfrage für ihre Peers macht Kindern und Jugendlichen Spaß und ist eine kurzweilige Art, sich mit einem Thema zu beschäftigen.

Im folgenden Artikel stellen wir die Tools Mentimeter, tweedback und Plickers vor.

Die Logos der 3 im Beitrag vorgestellten Umfragetools: mentimeter, tweedback und Plickers.
Diese drei Tools werden hier vorgestellt.

1. Mentimeter

Das Logo von mentimeter ist ein blaues Säulendiagramm.

Mentimeter ist ein Feedback-Tool, das sich durch eine große Auswahl an Fragetypen auszeichnet. Mit Mentimeter können interaktive Präsentationen erstellt werden, bei denen Teilnehmende über ihre mobilen Geräte direkt beteiligt sind. Es können Stimmungsbilder generiert werden, Diskussionsrunden eingeleitet und Vorwissen abgefragt werden. 

Darstellung der verschiedenen Fragetypen von mentimeter.

Es gibt unter anderem Multiple-Choice-Aufgaben,
eine Wortwolke, eine Pinnwand, verschiedene Skalierungsmöglichkeiten, eine Quizshow, sowie Formulare für Feedback und Rückfragen.

Teilnahme

Bei mentimeter benötigen ausschließlich Ersteller*innen einen eigenen Account, während Teilnehmende sich über einen Code einloggen. Mentimeter ist über eine App oder den Browser bedienbar, sofern man eine Internetverbindung hat. Es gibt verschiedene Bezahlmodelle. Die kostenlose Version ist auf fünf Fragen pro Quiz beschränkt, die Modelle Educational Basic und Educational Pro kosten 6,99$ bzw. 14,99$ pro Monat.

Ein Quiz erstellen

Man loggt sich über www.mentimeter.com ein und erstellt eine neue Präsentation. Nun kann man sich für einen Fragetypen entscheiden. Folie für Folie kann man somit ein Quiz erstellen. Bei dem letzten Schritt vor der Veröffentlichung ist es möglich beim Punkt Share zwischen einer Zeitlichen Veröffentlichung von zwei, sieben oder 14 Tagen zu wählen. Beim Klick auf Expand kann zwischen diesen beiden Möglichkeiten ausgewählt werden.

Die Teilnehmenden gehen im Browser auf www.menti.com oder nutzen die Mentimeter-App. Über einen sechsstelligen Code bekommen sie Zugang zur Umfrage. Die erste Folie bzw. Fragestellung erscheint auf der Projektion und den mobilen Geräten der Teilnehmenden. In Echtzeit verändert sich die Präsentation, während die Teilnehmenden sich beteiligen.

Ablauf

Darstellung einer Mentimeter-Wortwolke auf Projektion und mobilem Endgerät.

Auswertung

Die Ergebnisse der Umfrage können anschließend als umfassende Excel-Datei gespeichert und ausgewertet werden.

2. tweedback

Das Logo von tweedback ist rund und stellt einen Vogel auf orangem Grund dar.

Tweedback ist ein beliebter Feedback-Kanal eines jungen deutschen Unternehmens und wurde 2018 gegründet. Es ist ein digitaler „Raum“ und ein didaktisches Werkzeug, während eines Events oder einer Präsentation im Bildungsgeschehen oder jedem anderen Kontext genutzt werden kann. Es bietet mit seiner ansprechenden und einfachen Oberfläche die Möglichkeit, in Echtzeit Feedback und Fragen an den* Präsentierenden weiter zu geben, ohne die Präsentation zu unterbrechen. Es ist dadurch eine moderne, aktive und interaktive Art, Teilnehmer*innen miteinzubeziehen.

Teilnahme

Tweedback ist für jede*n Teilnehmer*in kostenlos. Ausschließlich die Quiz-Leitung braucht einen eigenen Account für die Erstellung und das Speichern der eigenen Umfragen. Die Teilnahme ist geräteunabhängig und kann mit jedem Gerät, das einen Webbrowser und Internetempfang hat, getätigt werden. Datenschutztechnisch ist es konform mit Servern in deutschen Rechenzentren.

Ein Quiz erstellen

Nachdem man sich bei tweedback registriert hat, kann es mit dem Verfassen der Umfrage losgehen. Bei dem Button Erstellen einer Veranstaltung kommt man direkt zur Auswahl von den drei verschiedenen Features, die der* Präsentierende freigeben kann. Das sind Chatwall, Quiz und Panik-Buttons.

Chatwall https://tweedback.de/

Features

Chatwall

Hier gibt es die Möglichkeit, während einer Präsentation Kommentare und Fragen zu verfassen. Dabei kann der* Präsentierende vorher prüfen, welche Beiträge für alle freigegeben werden sollen.

Quiz

Quiz
https://tweedback.de/

Es ermöglicht dem Präsentierenden eine Single-Choice-Frage zu stellen und dann von den Zuhörer*innen in Echtzeit eine Reaktion zu erhalten. Bei der Erstellung des Quiz hat der* Präsentator*in die Möglichkeit, im Modus Fragestellung einerseits die Option Manuell oder Schnellwahl auszuwählen. Im Modus Schnellwahl hat man die Möglichkeit aus fünf vorgegebenen Antwortmöglichkeiten auszuwählen und im Modus Manuell erstellt man diese selber.

Panik
https://tweedback.de/

Panik

Es gibt sechsverschiedene Panik-Modi, durch die die Zuhörenden dem* Präsentierenden ein Echtzeit-Feedback geben können, um den Vortrag aktiv zu verbessern.

Nachdem ausgesucht wurde, welche der drei Features man bei seiner Präsentation einsetzten möchte, kann das Quiz erstellt werden. Bei Veranstaltung kann die Statistik der verbundenen Nutzer überprüft werden, die Session gesperrt werden und der QR Code zur Session ist dort finden.

Website von tweedback/Veranstaltung| https://tweedback.de/

Ablauf

Zu der Quiz-Session können alle über einen QR-Code oder eine Session-ID eintreten. Dabei scannt man entweder den QR-Code der Quiz Session oder bekommt den Zugangscode vom Präsentierenden und kann über die Website in die Session eintreten. Jetzt können die Teilnehmer*innen sofort mit dem Quiz starten und alles andere sehen, was der* Präsentierende für alle sichtbar gestellt hat. Die Ergebnisse der Quiz-Session können am Ende per E-Mail weiter gesendet werden.

3. Plickers

Das Logo von Plickers ist blau. Darauf befinden sich zwei weiße Quadrate und ein blauer Haken.

Plickers ist ein englischsprachiges Umfragetool durch das Teilnehmer*innen – besonders auch Kinder – auf einfache Art und Weise aktiviert und motiviert werden können. Auf jede Frage folgen vier Antwortmöglichkeiten. Dabei läuft es im Gegensatz zu allen anderen Quiztools über analoge QR-Codes und ist dadurch eine gute Variante für Settings ohne WLAN oder für die bewusste Entscheidung, dass nicht jedes Kind mit einem digitalen Endgerät an der Umfrage teilnehmen soll.

Teilnahme

Plickers ist in seiner Basisversion für alle kostenlos und auch ausreichend. Lediglich die Quiz-Ersteller*innen benötigen einen eigenen Account. Teilnehmende müssen über kein digitales Endgerät verfügen, es ist ausreichend wenn die ganze Gruppe zwei digitale Geräte, eins davon App-fähig (Smartphone oder Tablet), und einen Beamer zur Präsentation besitzt. Bei einem Quiz können bis zu 64 Teilnehmer*innen mitmachen.

Website von Plickers | https://get.plickers.com/

Quiz erstellen

Unmittelbar nach der Registrierung bei Plickers, sollte die Plickers-App mindestens auf einem digitalen App-fähigen Gerät wie Tablet oder Smartphone installiert werden. Jetzt muss zunächst eine new class angelegt werden. Dabei können weitere Informationen wie z.B. Altersgruppe, Fach und eine Farbe zur Unterscheidung von anderen Gruppen eingegeben werden. Der nächste Schritt besteht darin, die Mitgliedert durch Eingeben des Namens hinzuzufügen.

Classroom auf der Plickers Website | https://get.plickers.com/
Ein schwarzer QR-Code.

Wenn diese ersten Schritte getan sind, müssen die QR-Codes ausgedruckt werden. Diese sind kostenfrei bis zur Mitgliederanzahl von 63 Personen direkt auf der Plickers Seite zu finden. Die Teilnehmer*innen bekommen beim Hinzufügen zum classroom eine Zahl, die es auch bei den QR-Codes gibt. Es gibt die Option zur Zuordnung der Ergebnisse: Wenn die Zahlen von den Teilnehmer*innen mit den ausgedruckten QR-Codes übereinstimmen, ist es möglich, die Ergebnisse den Teilnehmer*innen zuzuordnen.

Jetzt kann es mit dem Erstellen des Quiz losgehen. Dazu muss man über Library einen neuen Ordner erstellen, zu dem dann die Fragen hinzugefügt werden. Dabei kann zwischen Multiple Choice oder einer richtig- oder falsch- Frage gewählt werden. Die Antworten auf die Quiz-Frage können manuell eingegeben werden und dabei ist es wichtig, im gleichen Schritt die richtige Antwort anzuklicken. Es gibt aber auch die Option, dass alle Antworten richtig sind, das ist z.B. eine gute Möglichkeit zur Durchführung einer Evaluation. Um die einzelnen Fragen kreativ zu gestalten, gibt es die Möglichkeit, Bilder hinzuzufügen.

Beispielfrage auf der Plickers Website | https://get.plickers.com/

Ablauf

Die Teilnehmenden bekommen zu Beginn ihre Plickers-Karten und sind dann bereit zu starten, sobald die erste Frage gestellt wurde. Die Quiz-Leitung, macht das Quiz zunächst auf einem Gerät an, das optional mit dem Beamer angeschlossen ist – und zwar mit dem Modus Live View. Das App-fähige Gerät sollte dann bereit sein, um die QR-Codes zu scannen. Die Teilnehmenden haben beim Antworten die Auswahl zwischen A, B, C und D und halten die, ihrer Meinung nach richtige Antwort (den Rand mit dem jeweiligen Buchstaben), nach oben. Dann warten sie, bis der QR-Code gescannt wurde. Im Anschluss sieht man die direkte Auswertung über den Beamer.

Auswertung

Alle Ergebnisse sind im Nachhinein über Reports zu finden.

Digitale Tools für die Medienpädagogische Arbeit

Die digitale Medienlandschaft bietet pädagogischen Fachkräften eine Fülle an nützlichen Werkzeugen für die aktive Medienarbeit. Viele Seiten bieten eine Übersicht über kostenlose Software und andere Tools an und geben Anregung zum Einsatz in medienpädagogischen Projekten.

JFF Toolbox

Die Toolbox des JFF – Institut für Medienpädagogik beinhaltet Tipps zur aktiven Medienarbeit mit mobilen Medien. Kreative Apps zum Filmen und Fotografieren mit Smartphone und Tablet, Anleitungen zum Bau eigener Minicomputer, rechtliche Hintergründe oder Tipps zur Podcast-Produktion – hier finden sich viele Anregungen rund um den Einsatz mobiler Medien.

Vier Zeichnungen nebeneinander: eine Filmkamera, ein Buch, eine Uhr und die beiden Buchstaben: FX.

Die Toolbox bedient vor allem die Themenbereiche Foto, Film und Audio.
Bild: jff.de

Kostenlose Software – Medienpädagogik Praxisblog

Neben Artikeln zu medienpädagogischen Themen bietet der Medienpädagogik Praxisblog eine umfangreiche Sammlung an kostenlosen Spielen und Programmen. Dort finden sich unter anderem Simulatoren, Action- und Strategiespiele sowie frei zugänglicher Präsentationssoftware, Video- und Audiobearbeitungsprogramme.

Verschiedene gezeichnete Symbole: unter anderem eine Glühbirne, eine Sanduhr, eine Kamera und ein Handy.

Tutorials – Act On!

Auf der Seite von Act On! stehen Video-Tutorials zur Verwendung diverser digitaler Tools zur Verfügung. Audiobearbeitung mit Audacity, das Erstellen eines Quiz mit Kahoot! oder das Anlegen einer Mindmap in der Gruppe mit XMind werden dort einfach und schnell erklärt.

Informationsplattformen zum Thema Gender

Stereotypische Bilder und Erwartungen prägen unsere heutige Kultur und damit auch die Kinder und Jugendlichen. Diese werden durch die Trennung in zwei Geschlechter in ihrer Entwicklung beeinflusst und daran gehindert ihre Persönlichkeit frei zu entfalten. Für Pädagog*innen ist es deshalb wichtig, über Themen und Fragestellungen rund um Gender informiert zu sein. Folgende Informationsplattformen bieten einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand und geben Anregungen, wie Pädagog*innen Geschlechtergerechtigkeit bei ihrer täglichen Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe fördern können.

Genderdings – Die Antwort auf alle Genderfragen

Genderdings ist eine Informationsplattform zu den Themen Geschlecht (und Politik), Sexualität und Liebe, Körper und Familie. In Text- und Videoformaten werden Antworten auf die wichtigsten thematischen Fragen gegeben und Argumente für antifeministische Behauptungen bereitgestellt.

Verschiedenfarbige gezeichnete Sprechblasen die in einem Kreis angeordnet sind.
Bild: pixabay

Gender Glossar – Das wissenschaftliche Online-Lexikon

Gender Glossar ist ein kostenloses, zitierfähiges Online-Lexikon, welches gemäß wissenschaftlichen Standards, Wissen zu den Themen Geschlecht und Sexualität teilt. Von A bis Z finden sich multiperspektivische Artikel zu Begriffen, Themenfeldern, Personen oder Organisationen im Feld der Gender Studies.

Angebote für eine geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe

Als Fachstelle für Gender und Diversität in NRW bietet FUMA neben thematisch passenden Wissenssnacks, auch Qualifikations-, Beratungs- und Informationsangebote für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe an. Diese Weiterbildungen vermitteln unter anderem Basiswissen zu transidenten und queeren Lebenswelten und helfen so, Geschlechterdemokratie herzustellen.  

Informationskompetenz

Täglich werden massenhaft neuer Daten ins Internet gestellt, für jede Anfrage liefern uns Suchmaschinen Millionen von Ergebnissen. Nur wer sich kompetent in dieser Datenfülle zurechtfindet, kann vom Netz als Informationsquelle profitieren. Bestandteile von Informationskompetenz sind, effektiv nach Informationen zu suchen und sie kritisch zu bewerten.

Informationen suchen

Der erste Weg, an Informationen heranzukommen, führt meist über eine Suchmaschine. Neben der beliebten Suchmaschine Google gibt es zahlreiche Alternativen, die sich besonders in punkto Datenschutz von dem Marktführer abheben. Für Kinder sind kindgerechte Suchmaschinen geeignet. Mehrere Suchmaschinen zu verwenden und die Ergebnisse zu vergleichen, erhöht die Objektivität der Suche.

Verwende ich einen Begriff oder mehrere? Wie priosiere oder schließe ich Begriffe aus? Um effektive Suchergebnisse zu erzielen, bietet sich die Verwendung von Suchoperatoren und Recherchwerkzeugen an.

Über ein Suchmaschinenranking werden die Ergebnisse sortiert. Dies geschieht nicht zufällig, sondern über bestimmte Kriterien, wie zum Beispiel die Relevanz des Suchbegriffs. Manche Suchmaschinen werten für passgenaue Treffer persönliche Daten wie den persönlichen Standort aus. Nutzer*innen sollten werbefreie von werbefinanzierten Ergebnissen unterscheiden können.

Informationen bewerten

Online-Lexika, Nachrichtenseiten, private Webseiten, Soziale Netzwerke – Internetquellen sind sehr unterschiedlich – auch in ihrer Qualität. Wie können Nutzer*innen Informationen im Internet richtig einschätzen?

Wer ist der Autor, welcher Hintergrund steckt dahinter? Welchen Eindruck macht die Webseite, wie aktuell ist sie? Kriterien zur Bewertung von Internetquellen helfen, Informationen Schritt für Schritt zu überprüfen. Auch, ob womöglich Falschmeldungen dahinterstecken, sollte erwägt werden – gerade, wenn es sich um Informationen aus sozialen Medien handelt.

Weiterführende Links

„So geht MEDIEN“ zur Stärkung der Informationskompetenz | https://www.br.de/sogehtmedien/index.html

Materialien zum Thema „Suchen & Recherchieren

Broschüre „Wahr oder falsch im Internet“ - saferinternet.at