In der aktiven Medienarbeit setzen sich die Menschen mit Hilfe von Medien handelnd mit Aspekten der sozialen Realität auseinander. Dies geschieht z.B. mittels Video, Fotografie, Hörmedien, Social Media oder, indem eine Kombination unterschiedlicher Medien genutzt wird. 📱📷🎙️ Teilnehmende können Themen be- und erarbeiten, die für sie von Bedeutung sind, Medienprodukte erstellen und damit gleichzeitig eine eigene Sichtweise kommunizieren.
Somit stehen nicht die Medien, sondern die Individuen, die sich diese in ihrer Lebenswelt aneignen, im Mittelpunkt dieses Ansatzes der handlungsorientierten Medienpädagogik. Rezipierende sollen Medien als Mittel zur aktiven, mitgestaltenden Auseinandersetzung mit ihrer Lebenswelt gebrauchen. 🌎
Ein Beispiel für aktive Medienarbeit
Jugendliche erstellen mit Hilfe eines Laptops und der Website https://imgflip.com/memegeneratorein Meme über ihren Schulalltag während der Pandemie. Nachdem diese im Gruppenkontext mit einer pädagogischen Fachkraft besprochen wurden, veröffentlichen sie die Memes auf dem schuleigenen Instagram-Kanal.
Aktive Medienarbeit ist flexibel und für jede Zielgruppe geeignet
Die Zielgruppe der aktiven Medienarbeit ist nicht festgelegt und kann aus Kindern, Erwachsenen, Jugendlichen oder Senior*innen bestehen. 🧒👩🦰👴 Die meisten von ihnen haben eigene Produktionserfahrungen und eine gewisse Medienausstattung an denen angeknüpft werden kann. Das war in den 70ern, als sich die aktive Medienarbeit zunehmend etablierte, noch anders, denn damals herrschte lediglich die Videotechnik vor. Seitdem änderte sich viel, denn
… der Stellenwert von Medien und medienvermittelter Kommunikation hat zugenommen.
… die Medienproduktion wurde technisch deutlich einfacher.
…die Produktionsmöglichkeiten stehen mehr Menschen zur Verfügung.
…die Trennung von Produzent*innen & Konsument*innen löst sich zunehmend auf.
Die wichtigsten Ziele 🎯des pädagogischen Handelns, sind die Emanzipation jedes einzelnen Menschen sowie die Förderung ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten hinsichtlich Kommunikation und Partizipation. Emanzipation wird darin gesehen, dass Menschen gesellschaftliche Abhängigkeiten und Zwänge erkennen und zu deren Überwindung beitragen. Beim Anregen und Befähigen zu Kommunikation und Partizipation ist die Medienkompetenz als wichtige Fähigkeit in Kommunikationsprozessen eine Voraussetzung.
Aller guten Prinzipien sind drei!
Die aktive Medienarbeit zeichnen besonders diese drei Prinzipien aus, die sich im Idealfall gegenseitig ergänzen.
Exemplarisches Lernen
soll auf inhaltlicher Ebene an subjektive Erfahrungen anknüpfen.individuelle Eindrücke mit Informationen über gesellschaftliche Zusammenhänge und Strukturen verknüpfen, d. h. die Reflexion sozialer Realität anregen.
soll durch Auseinandersetzung mit exemplarischen Gegenständen Kompetenzen fördern, die von den Teilnehmenden auf andere Bereiche ihrer Lebenswelt übertragen werden können.
Handelndes Lernen
Ein Mensch lernt, indem er sich in der Interaktion mit seiner Umwelt entwickelt. Ausgangspunkte für dieses Lernen sind Lebenskontexte und subjektive Erfahrungen der Teilnehmenden. Dabei soll an das vorhandene Medienhandeln angeknüpft, Reflexion gestärkt und Handlungsfähigkeiten erweitern werden.
Gruppenarbeit
Die Gruppenarbeit stellt einen geeigneten Rahmen zur individuellen Auseinandersetzung dar und fördert soziale Kompetenzen.
Dabei werden kommunikative und interaktive Prozesse angeregt.
„Es geht also immer darum, gemeinsam mit anderen selbsttätig Medienprodukte zu erstellen, die auf den eigenen Erfahrungen basieren und darauf abzielen, Gesellschaft mitzugestalten.„
Demmler/Rösch 2014, S. 193 im Jahrbuch Medienpädagogik 11
Weiterführende Quellen:
Schell, Fred (2009): Aktive Medienarbeit. In: Schorb/Anfang/ Demmler (Hg.) (2009): Grundbegriffe der Medienpädagogik. S. 9-13. Rösch, Eike (2017): Aktive Medienarbeit. In: Schorb / Hartung / Dallmann (Hg.) (2017): Grundbegriffe Medienpädagogik. 6., neu verfasste Auflage. S. 9-14.
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