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Selbstdarstellung

Das Projekt in einem Satz

In den drei Projektblöcken konnten Kinder und Jugendliche sich durch Foto- und Videoaktionen mit dem Thema Selbstdarstellung auseinandersetzen.

Ziele

Ziele waren zum Beispiel die Auseinandersetzung mit dem eigenen Bild, das Ausprobieren vor der Kamera, in verschiedene Rollen schlüpfen und auch die eigene Expertise im Umgang mit Medien mit anderen zu teilen. Außerdem auch der kreative Umgang mit Tablet oder Handy.

Zielgruppe und Beteiligte

  • Jungs, Alter 6-12 Jahre, 6 TN, 2 Pädagoginnen + Fotograf.
  • Gemischte Gruppe, Alter 4-25 Jahre, 10 TN, 3 Pädagog*innen.
  • Mädchen, Alter 12-16 Jahre, 5 TN, 1 Pädagogin.

Projektablauf und Methoden

Das Projekt beinhaltet 3 verschiedene einmalige Angebote für jeweils 2-3 Stunden:

  • „Ich bin ich“ – Fotoshooting mit Jungs. Fotostation als ein Teil des Jungenfests. Die Jungs konnten vor der Kamera posieren und bekamen Fragen, auf die sie reagieren sollten („Wie siehst du aus, wenn du: wütend, fröhlich, stark, verliebt, traurig, Du,… bist). Hier wurden bewusst Adjektive genutzt, die eher männlich oder weiblich konnotiert sind, um zu vermitteln, dass das Geschlecht bei diesen Emotionen keine Rolle spielt. Anschließend wurden die geschossenen Bilder von den Jungs angeschaut, ihre Posen reflektiert und sie konnten ihre Lieblingsbilder ausdrucken lassen. Methode: Fragen als Impulse.
  • „Superheld*in sein“ – Fotoshooting vor dem Greenscreen im offenen Betrieb. Die Kinder und Jugendlichen konnten überlegen, welche*r Superheld*in sie gerne wären. Mit den Fragen, was diese*r Held*in besonders gut kann und warum sie genau diese*n ausgewählt haben, wurde die Auswahl reflektiert. Außerdem konnten in diesem Rahmen auch eigene Stärken besprochen werden.
    Die Teilnehmenden mussten sich dann ihre Bilder und Hintergründe im Internet selbst suchen und eine Pose überlegen, in der ihr*e Superheld*in sich darstellt. Die geschossenen Bilder wurden für sie ausgedruckt. Methode: Bildersuche, Programm zu Foto-/Videoaufnahme, Pinnwand mit Superheld*innen und Posen.
  • „TikTok-Abend“ – Videoabend mit Mädchen. Für einen Mädchenabend wurde eine Kulisse aufgebaut, vor der Videos und Fotos gemacht werden konnten. Gemeinsam wurde ein neuer Account auf TikTok eingerichtet, wobei auch die Themen Datenschutz und Persönlichkeitsrechte von den Mädchen selbst erklärt wurden. Interessant waren vor allem die Fragen nach bekannten Influencer*innen (wen muss man kennen?) und nach den verschiedenen Interessen bei der App-Nutzung (was macht ihr am liebsten, wenn ihr TikTok nutzt?). Außerdem wurde auch die Frage diskutiert, wie sich Männer und Frauen* auf Social Media darstellen und wie nah diese Darstellung an der Realität ist. Am Ende wurd eine Tanz ausgesucht, den die Mädchen der Pädagogin beibrachten, dabei konnten die Mädchen nicht nur die Rolle der Anleiterinnen schlüpfen, gleichzeitig wurden auch die technischen Möglichkeiten der App erklärt. Methoden: Offenes Gespräch, Fragen, Teilnehmerinnen als Expertinnen.
Mädchen trägt eine Kamera um ihren Hals.

Projektrahmen

Das Projekt fand in der Freizeitstätte LOK Arrival statt, eine Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit (KJR München-Stadt).

Eingesetzte Medien

  • Hardware: Tablet, Handy, Fotodrucker, Spiegelreflexkamera.
  • Software: TikTok, Greenscreen by Do Ink

Herausforderungen und/oder Punktlandungen

Die große Herausforderung bei der Projektplanung war die häufigen Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Geplante Veranstaltungen mussten ersatzlos ausfallen (z.B. Mädchenfest als Pendant zum Fotoshooting beim Jungenfest). Deswegen gab es die Angebote Fotoshooting und TikTok-Abend nur jeweils für eine der beiden Geschlechtergruppen, was einen Vergleich schwierig macht. Zum anderen konnten Angebote wegen der Hygiene- und Abstandregelungen nur einzeln am gemeinsamen Endgerät stattfinden, was das geplante gemeinsame „Stöbern“ und Zeigen schwierig machte.

Als Punktlandung kann man die Inhalte bezeichnen. Das Interesse an Medienprojekten ist sehr groß und je mehr Kinder und Jugendliche selbst mitmachen, ausprobieren und gestalten können, umso besser. Sich selbst vor der Kamera auszuprobieren und in verschiedene Rollen zu schlüpfen hat den Teilnehmenden sehr viel Spaß gemacht.

Tipps und Tricks

Gute Vorbereitung der Materialien und eigene Kenntnis der Hardware / Software. Konkrete Fragestellung / Aufgabe. Genug Zeit / Betreuung einplanen. Ergebnisse an Teilnehmende rausgeben. Flexibel bleiben.

Junge blickt durch eine Spiegelreflexkamera.

Feedback

Alle drei Angebote kamen bei den Teilnehmenden gut an. Es gab verschiedene Lernziele:

  1. Bewusstsein für sich und seinen Körper herstellen. Verschiedene Posen / Ausdrücke ausprobieren.
  2. Selbstbewusstsein durch die Superheld*innen-Pose. Sich über seine eigenen Stärken bewusst werden. Technischer Aspekt der Internet-Recherche und Greenscreen-Nutzung.
  3. Jugendliche als Expertinnen der TikTok-App. Reflexion der Inhalte und Rollenbilder, die über Social Media vermittelt werden. Sicherheitsoptionen in Social Media verwalten.

Ausblick

2021 soll es in der Freizeitstätte wieder Angebote und Projekte zum Thema Social Media geben sowie Kreativangebote mit spielerischem Medieneinsatz, um weitere Kompetenzen zu vermitteln und zu zeigen, wofür man die digitalen Medien alles einsetzen kann. Ideen hierfür: Fotoshooting für Mädchen nachholen. Stopmotion-Film drehen. Makey Makey im offenen Betrieb ausprobieren. Schnitzeljagden mit ActionBound.


Autor*in: Mira Walter, Mitarbeiterin in der Freizeitstätte LOK Arrival des KJR München-Stadt (Bereich offene Kinder- und Jugendarbeit)

Ein Projekt von: Mira Walter – Medien_Weiter_Bildung #gender 2020