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Partizipative Medienprojekte | digitale Jugendbeteiligung

Ziel der digitalen Jugendbeteiligung ist es, durch moderne Beteiligungsformen Organisationen und Kommunen lebendiger zu gestalten. Wirksame Beteiligung macht zufriedener und sorgt für mehr Identifikation. Außerdem wollen sich Jugendliche beteiligen, aber sie wollen dies auf ihre Art. Digitale Medien können diesen Wunsch unterstützen und niedrigschwelligen Zugang zu Engagement bieten. Dennoch ist auch Partizipation voraussetzungsvoll und muss gut geplant sein. Sie kann nur gelingen, wenn Erwachsene etwas von ihrer Verantwortung abgeben. Im Folgenden wird auf verschiedene partizipative Medienprojekte zur digitalen Jugendbeteiligung eingegangen.

Projekt: „Minecraft-Workshop zum Thema Stadtentwicklung“ in München

An der Mittelschule an der Ichostraße in München haben Schüler*innen eine ganze Stadt erschaffen – und zwar digital. Im Rahmen der Projektreihe „Begegnungen im Offenen Raum“ der Stiftung Otto Eckart haben sich die Schüler zusammen mit dem MZM (Medienzentrum München des JFF) – in Kooperation mit der Münchner Stadtbibliothek / update. jung & erwachsen – mit dem Thema Stadtentwicklung/-planung auseinandergesetzt. Dies geschah mit Hilfe des bekannten Computerspiels Minecraft. Dieses bietet durch seine einfach gehaltene Grafik und das simple Prinzip, dass jedes (Bau-)Material durch ein viereckigen Block dargestellt wird, einen leichten Zugang, und dennoch eine unglaubliche Komplexität und kreative Freiheit. Somit kann so ziemlich alles geschaffen werden was man sich nur vorstellen kann.

Anfangs brachten die Referent*innen, darunter eine Architektin, den Schüler*innen die Steuerung sowie die Spielmechaniken von Minecraft näher. Zusätzlich gab es noch einen Input zum Thema Städteentwicklung und -planung. Die Aufgabenstellung für die Vorbereitungsklasse der Mittelschule war es, eine gemeinsame Stadt mit entsprechenden Stadtvierteln zu erschaffen.


Projekt: „laut! Nürnberg“

laut! Ist ein Projekt der Jugend Information Nürnberg und versteht sich als Angebot, das Jugendlichen ermöglicht, sich an den Geschicken ihrer Stadt zu beteiligen und ihre Anliegen in verschiedenster Form einzubringen. Ziel ist, auf kommunaler Ebene eine Struktur mit vielfältigen Möglichkeiten zur Partizipation von Jugendlichen aufzubauen. laut! fördert positive Lebensbedingungen junger Menschen, insbesondere durch die Beteiligung an Stadtplanung und Stadtentwicklung. Mit laut! sollen niedrigschwellige und ausdifferenzierte Angebote einer nachhaltigen kommunalen Beteiligungsstruktur etabliert und bereits vorhandene Strukturen für Jugendliche transparent dargestellt und funktional genutzt werden.

vier Hände, die sich am Handgelenk festhalten und so ein Quadrat bilden

Durch die unterschiedlichen Module sowie durch eine hohe Methodenvielfalt, persönliche Kontakte, Öffentlichkeitsveranstaltungen und -arbeit, Mediennutzung, Workshops, Diskussionsrunden u.v.m. wird eine gender-, herkunfts- und bildungsübergreifende Arbeit in verschiedensten Kontexten ermöglicht, die zahlreiche junge Menschen bei der Teilhabe an gesellschaftspolitischen Diskursen in der Stadt Nürnberg unterstützt.

https://laut-nuernberg.de/


Projekt: „beWirken – Digitale Jugendbeteiligung der Stadt Kassel“

Die beWirken Beteiligungs-App ist ein Werkzeug, um moderne und zielgruppengerechte Umfragen durchzuführen. Sie soll helfen, Beteiligung ins digitale Zeitalter zu heben und auch große Gruppen bei Themen oder Fragen zu beteiligen. Im Gegensatz zu trockenen Textwüsten wird ein ansprechendes und nutzerfreundliches Design mit themenspezifischen Bildern kombiniert. Nach Abschluss der Umfrage werden die gesammelten Ergebnisse sowohl tabellarisch als auch grafisch aufbereitet und in einem Bericht zusammengefasst. Die App nutzt moderne Swipe-Technologie und ist besonders einfach zu bedienen, was geringe Abbruchquoten und hohe Beteiligung bedeutet.

Jugendliche einer Schulklasse sitzen gemeinsam um einen Tisch und unterhalten sich

Mit über 1.000 beteiligten Jugendlichen war der erste Einsatz einer digitalen Beteiligung der Stadt Kassel ein voller Erfolg. Mit der Beteiligungs-App wurden niedrigschwellig Jugendliche über einen QR-Code und Link eingeladen ihre Meinung zum „Mobilitätskonzept Vorderer Westen“ abzugeben. Die App wurde von beWirken – Jugendbildung auf Augenhöhe gUG entwickelt.

https://www.bewirken.org/umfrage/