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Memes

Ausdrucksstark und prägnant – ein Meme vermittelt Botschaften und kann dabei provokant, ironisch und humorvoll sein. Memes geben Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ihren Standpunkt zu einem bestimmten Thema auf kreative Weise zum Ausdruck zu bringen.

Grundlage eines Memes ist meist ein aussagekräftiges Motiv, wie eine Szene oder Figur aus Film und Fernsehen. Durch einen kurzen Text  wird die Mimik und Gestik des Dargestellten verstärkt und das Bild bekommt eine neue Bedeutung.

Das Besondere an einem Meme ist seine Bekanntheit – ein Bild wird zu einem berühmten Meme, wenn es häufig geteilt wird und sich dadurch viral verbreitet. Egal ob „Grumpy Cat“, das „Success Kid“ oder „Willy Wonka“ – es gibt immer ein passendes Meme, das eine bestimmte Situation oder Sichtweise zum Ausdruck bringen kann.

Meme: Ein Kleinkind mit geballter Faust und entschlossener Miene vor blauem Hintergrund. 
Dort steht geschrieben: Everybody is uncomfortable with non gender specific bathrooms, but I poop my pants so it doesn't effect me.

Im Internet kommen Memes auf vielfältige Weise zum Einsatz, beispielsweise als Reaktion in einem Chatverlauf.

Mehr zur Bedeutung von Memes in der politischen Kommunikation erläutern Prof. Dr. Thomas Knieper und Michael Johann bei einem Vortrag im Rahmen der Interdisziplinären Tagung 2019.

Technik und Material

  • Smartphone, Tablet oder Computer
  • Meme-App, z.B. mematic (kein Internetzugang notwendig)
  • Browserbasierte Tools, z.B. Mimi Meme Generator (keine Anmeldung aber ein Internetzugang notwendig) | Canva (hier ist eine Anmeldung und ein Internetzugang notwendig)

Beschreibung

Häufig kennen sich Kinder und Jugendliche bereits mit Memes aus. Einen Workshop kann man daher gut einleiten, indem man bisherige Erfahrungen und bekannte Memes abfragt. Zur Veranschaulichung können Beispiele gezeigt, ihre Hintergründe besprochen und ihre Bedeutung interpretiert werden.

Gemeinsam wird untersucht, was ein gutes Meme ausmacht:

  • Ausdrucksstarkes Bild (z.B. durch Mimik und Gestik)
  • Bekannte Szene oder Figur aus Film und Fernsehen
  • Kurzer und eindeutiger Text mit Bezug zum Motiv
  • Häufig: Floskeln, Ironie, Provokation, etc.

Nun dürfen die Schüler*innen sich in Kleingruppen von 2-3 Personen am Tablet zusammenfinden. In der App mematic und den beiden browserbasierten Tools Mimi Meme Generator |Canva helfen umfangreiche Bildergalerien beim Einstieg.

  • 1. Schritt: Was möchte ich mit meinem Meme ausdrücken?
  • 2. Schritt: Auswahl des Motivs aus der Bildergalerie
  • 3. Schritt: Was stellt mein Motiv dar und welcher Text passt dazu?

Anschließend werden die Ergebnisse gesammelt und gemeinsam besprochen. Für die Reflexion mit den Schüler*innen sollte genügend Zeit eingeplant werden. Die Memes können nun beispielsweise geteilt, auf einer Webseite veröffentlicht oder in ausgedruckter Form als Galerie präsentiert werden.

Tipps

Ein Tutorial, wie zur App Mematic kann bei der Auswahl und Bedienung von Meme-Apps helfen.

Um anfängliche Hemmungen beim Erstellen von Memes abzubauen, damit die Kinder und Jugendlichen sich wohlfühlen und kreativ werden können, ist eine Ausprobier-Runde ratsam. Die Memes müssen nicht von Anfang an einen Bezug zum gewünschten Thema haben.

Weil ein Meme ein Thema nur sehr reduziert und mit wenig Hintergrundinformationen aufgreifen kann, besteht die Gefahr, dass sich teilnehmende Jugendliche an Stereotypen bedienen. Dieses Problem sollte in einem Workshop angesprochen werden.

Eine Meinung (z.B. anhand von Memes) im Medienalltag öffentlich kundzutun, macht angreifbar. Dass dies Probleme nach sich ziehen kann, sollte ebenfalls im Workshop thematisiert werden.

Meme: Donald Trump sieht unzufrieden aus. Über seinem Kopf steht: Derselbe Job.


Politiker*innen sind beliebte Meme-Motive

Beispielprodukte

Als Ergebnisse des Projekts bildmachen präsentieren Jugendliche ihre Memes zum Thema Rechtsextremismus und Islamismus in der Hall of Meme. Die Hall of Meme bietet einen geschützten Rahmen für Kinder und Jugendliche, wo sie ihre Produkte präsentieren und dabei selbst anonym bleiben können.

Die Abbildung ist bei einem Workshop für Jugendliche in Berlin entstanden und zeigt ein Meme: Ein*e Jugendliche*r versteckt sich unter einem Kopftuch und hinter einer dunklen Sonnenbrille. Darunter steht geschrieben: Wenn du keinen Bock auf Kopftuchdebatte hast.
Rechts neben dem Bild befindet sich eine Sprechblase, die besagt:  Überlass das Internet nicht den Hetzer*innen! Lade deinen Beitrag hoch!
Quelle: www.bildmachen.de