Vorurteile

Nach der Definition des Antisemitismusforscher und Soziologen Prof. Dr. Werner Bergmann sind Vorurteile „stabile negative Einstellungen gegenüber Gruppen bzw. Personen, die dieser Gruppe angehören. Vorurteile beruhen oftmals nicht auf eigenen Erfahrungen, sondern werden übernommen.“ (https://www.bpb.de/izpb/9680/was-sind-vorurteile?p=all)

Damit hebt sich diese Definition grundsätzlich von älteren Begriffsinterpretationen ab, die sowohl negative als auch positive Zuschreibungen von Gruppeneigenschaften als Vorurteil definierten.

Nach Bergmann werden die diskriminierenden Vorurteile überwiegend nicht durch selbst Erlebtes, sondern hauptsächlich durch Sozialisationsprozesse geprägt, bei der Meinungen unhinterfragt von anderen, vor allem Familie und Freundeskreis, übernommen werden. Zudem spielen Medien und insbesondere soziale Medien, eine immer stärkere Rolle. Ein wichtiges psychologisches Moment liegt dabei in dem Gefühl kollektiv empfundener Benachteiligung und häufig auch in einem geringen Selbstwertgefühl. Oft werden Vorurteile nicht direkt geäußert, da sie vielfach den gesellschaftlichen Normen und Werten widersprechen. Um Vorurteile generell abzubauen, gibt es, mit dem Begriff „Anti Bias“, vielfältige pädagogische Maßnahmen und Projekte, gegenüber Diskriminierungen zu sensibilisieren und generell Empathie und Toleranz zu fördern.

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