Toleranz

Hinter der Forderung nach Toleranz steckt der grundlegende Gedanke, andere bzw. fremde Meinungen, Gedanken und Vorstellungen grundsätzlich gelten zu lassen und zu akzeptieren. Rechtlich ist zudem die Glaubens- und Regionsfreiheit durch das Grundgesetz geschützt und die Meinungsfreiheit garantiert. Dennoch findet das Toleranzgebot in dem Augenblick Schranken, wenn dieses „andere Denken“ selbst gegen das Toleranzgebot verstößt (Intoleranz) oder wenn Menschen diffamiert werden, d.h. die Würde eines Menschen verletzt wird. So ist beispielsweise kriegsverherrlichendes, menschenverachtendes Gedankengut oder die Leugnung des Holocaust keineswegs zu tolerieren und kann sogar strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Auch sind persönliche Beleidigungen nicht durch das Toleranzgebot oder die verfassungsrechtlich garantierte Meinungsfreiheit geschützt. Das komplizierte Verhältnis von Toleranz zu Intoleranz wird daher oft als Toleranz-Paradoxon bezeichnet: Das vollständige Tolerieren von Intoleranz würde zwangsläufig, nach Auffassung des Philosophen Karl Popper, zu vollständiger Intoleranz in Gesellschaften führen und letztlich in eine Meinungsdiktatur münden.


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