Rollenstereotype

Der Begriff der sozialen und kulturellen Rolle wurde maßgeblich schon Mitte des vorigen Jahrhunderts, vor allem durch amerikanische und deutsche Soziologen, geprägt. Nach der Rollentheorie übernehmen Menschen im sozialen und kulturellen Miteinander – vergleichbar mit dem Agieren auf einer Theaterbühne – bestimmte schematisierte Rollen. Diese Rollen können entweder selbst aktiv ausgefüllt und ausgeformt oder von außen zugeschrieben werden. Wichtig ist dabei, dass mit dem individuellen, aktiven Ausfüllen dieser Rollen, also dem Handeln, stets Erwartungen (wie z.B. bei dem Stereotyp „ein richtiger Mann weint nicht“) und zudem Bewertungen verbunden sind. Durch Vorurteile wird so schnell aus einem Computerspezialisten, ein nach Junkfood süchtiger Computer-Nerd. Die globalen Rollenstereotype werden darüber hinaus permanent weiter differenziert. Das Rollenstereotyp „Mann“ wird zum Beispiel in Subkategorien wie Softi, Macho, Muttersöhnchen, Karrierist, Familienvater oder andere Unterkategorien aufgesplittet.

Die Kritik an diesem Ansatz setzt vornehmlich an dem Menschenbild der Rollentheorie an. Konkret lautet der Vorwurf, dass die Ausprägung und Übernahme von Rollen nicht primär von außen statisch determiniert sei. Vielmehr sei der Mensch ein aktiv handelndes, gestaltendes Wesen in einer sich permanent wandelnden Umwelt.  

Dennoch bleibt grundsätzlich das Problem bestehen, dass selbst mit unterschwelligen oder unbewussten Rollenzuschreibungen stets Erwartungen und Bewertungen verbunden sind. Vor allem im Bereich von Geschlechtsrollenstereotypen gilt es daher die durch Vorurteile, Erwartungshaltungen und Wertungen behafteten, klischeehaften Rollenmuster abzubauen und zu durchbrechen.

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