Intersexualität

Bei intersexuellen Menschen weisen deren Chromosomen männliche und weibliche Geschlechtsmerkmale gleichermaßen auf. Schon von Geburt an sind beide Anlageformen genetisch und hormonell vorhanden. Wurde früher bei Intersexualität von einem medizinisch behandlungswürdigen Krankheitsbild ausgegangen, so ist heute die vorherrschende wissenschaftliche Meinung, Intersexualität als eine dritte Variante der Geschlechtsentwicklung anzuerkennen. So sollen, nach der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, geschlechtsverändernde Maßnahmen bei Kindern nur noch in absolut wenigen, medizinisch begründeten Fällen durchgeführt werden. Zudem empfiehlt der deutsche Ethikrat, Kinder selbst über ihr Geschlecht entscheiden zu lassen. Im Rahmen der Diskussionen um das sogenannte „Dritte Geschlecht“, trat daher Ende 2018 ein neues, deutsches Bundesgesetz in Kraft, das im Geburtenregister neben „weiblich oder männlich“, jetzt zusätzlich als Auswahlmöglichkeit die Eintragung „divers“ ermöglicht. International beginnt sich DSD (differences of sex development – Unterschiede der sexuellen Entwicklung) als Überbegriff für den gesamten Bereich von Transsexualtität und Intersexualität zu etablieren.  

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