Heteronormativität

Heteronormativität ist ein gesellschaftliches System, das bestimmte Merkmale und Verhaltensweisen privilegiert und alle anderen diskriminiert. Im heteronormativen System gibt es nur Männer und Frauen, die sich stereotypisch männlich und weiblich verhalten und deren soziales Geschlecht auch deren biologischem Geschlecht entspricht. Männer und Frauen fühlen sich gegenseitig zueinander hingezogen – mit dem Mannsein kommt automatisch die sexuelle Attraktion zu Frauen und umgekehrt. Heteronormativität betrifft also Aspekte von biologischem Geschlecht, sozialem Geschlecht (Gender) und Sexualität gleichermaßen.

Dies bedeutet, dass alle Personen, die nicht in dieses sehr eng gefasste System passen, Benachteiligungen und Diskriminierungen von Seiten der Gesellschaft erleben müssen. Das betrifft Personen, die nicht (ausschließlich) heterosexuell lieben (also schwule, lesbische, bisexuelle, asexuelle und weitere Personen), oder auch Personen, deren Geschlecht oder Gender nicht binär einzuordnen sind (also beispielsweise Trans*- und Inter*- oder nicht-binäre Personen). Auch Heterosexuelle und Cis-Personen können durch heteronormative Vorstellungen benachteiligt und eingeengt werden: Enge geschlechtliche Stereotype, die Männlichkeit immer als stark und unemotional definieren und Weiblichkeit als schutzbedürftig und irrational, bieten vielen Personen nicht den richtigen Rahmen, um sich individuell entfalten zu können.

Heteronormativität als normative Kategorie zieht sich also durch die verschiedensten Bereiche unserer Gesellschaft und kann gravierende Auswirkungen auf den Lebensalltag derer haben, die nicht in dieses enge System passen.

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