Gender

Der englische Begriff ‚gender‘ wird im deutschen verwendet, um die soziale (im Gegensatz zur biologischen) Dimension von Geschlecht abzubilden. Durch diese Abgrenzung werden vergeschlechtlichte Sozialisationsprozesse verdeutlicht und sichtbar gemacht, die unabhängig von der biologischen Disposition bestimmte Eigenschaften und Kompetenzen hervorbringen.

Diese Trennung von biologischem und sozialem Geschlecht (im englischen sex und gender) entstand in den 1960er-Jahren im Zuge der Forschung zu Transsexualität und wurde in den folgenden Jahrzehnten von der Geschlechterforschung aufgegriffen. Spätestens seit den 1990er-Jahren steht diese Unterscheidung jedoch wieder in der Kritik, da die biologische Differenz in diesem Konzept als gegeben akzeptiert und nicht hinterfragt wird. Viele neuere Studien (z.B. Schiebinger 1995) zeigen jedoch, dass auch unsere modernen Vorstellungen von Biologie von einer heteronormativen Sicht auf Geschlecht (also dem Ausgehen von nur zwei Geschlechtern) geprägt sind, und dass hier mehr Forschung notwendig ist.

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