Ehegattensplitting

Das im Jahr 1958 eingeführte Ehegattensplitting stellt eine steuerliche Besonderheit bei verheirateten Paaren in Deutschland dar: So gelten Ehepartner*innen nach der Hochzeit steuerlich nur noch als eine Person. Das bedeutet, dass nicht mehr das jeweilige Einkommen der Personen besteuert wird, sondern die Hälfte der addierten Einkommen – dadurch ändert sich der (nun gemeinsame) Steuersatz und das Paar spart meist viel Geld.

Besonders wirksam ist das Ehegattensplitting bei Paaren, bei denen ein*e Partner*in deutlich mehr Geld verdient als der*die andere. Das Gehalt der weniger verdienenden Person verringert sich durch die nun höhere Besteuerung zwar, die Ersparnisse durch die Einstufung des höheren Gehalts in eine niedrigere Steuerklasse macht dies jedoch meist mehr als wett. Verdient eine Person beispielsweise 40.000 Euro und die andere Person 20.000 Euro, wird das verheiratete Paar jeweils für die Hälfte der Summe besteuert – in diesem Fall also für 30.000 Euro. Die Steuerersparnis in diesem Szenario würde bei über 6.000 Euro liegen.

Kritisiert wird das Ehegattensplitting unter anderem, da es eine ‚traditionelle‘ Rollenaufteilung begünstigt, im Sinne: Der Mann verdient das Geld, während die Frau höchstens in Teilzeit arbeitet, da sich eine Mehrarbeit der geringer verdienenden Person aufgrund des hohen Steuersatzes finanziell oft gar nicht lohnen würde. Eine Alternative, die oft diskutiert wird, ist das beispielsweise in Frankreich existierende Familiensplitting, bei welchem das Einkommen des Paares zusammengezählt und dann durch alle Familienmitglieder geteilt wird. Familien mit mehr Kindern profitieren also durch geringere Steuersätze – gefördert wird hier nicht die Ehe, sondern die Anzahl der Kinder.

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