Allgemein, Genderpädagogische Medienprojekte, Kurs #gender, Modul 5, Projekte

Eine Heldengeschichte – Genderpädagogik mit Grundschulkindern

Das Projekt in einem Satz

Kinder verschiedener Geschlechterzusammensetzung sollen sich eine Heldengeschichte ausdenken und diese mit Hilfe der App Puppet Pals visualisieren.

Ziele

Herauszufinden, ob Kinder von 10 Jahren schon festgelegte stereotype Rollenklischees besitzen. Wie können die Kinderteams ihre Heldengeschichte über die App Puppet Pals am besten visualisieren. Wer kann sich besser durchsetzen – Mädchen oder Jungen. Wer kreiert welche Helden? Ziel ist es, Kinder zu sensibilisieren, dass jeder ein Held sein kann unabhängig seines Geschlechtes oder seiner Herkunft.

Zielgruppe und Beteiligte

  • 10 Jahre, ca 8 Kinder, Mädchen und Jungen Teams (ein Jungenteam, ein Mädchenteam, ein geschlechtergemischtes Team)

Projektablauf und Methoden

Das Projekt wurde in den Sommerferien gestartet. Es dauerte ca. 40 Stunden in drei Wochen.

Ablauf: Kurz vor den Sommerferien hingen im ganzen Haus die Plakate als Einladung zu dem Projekt aus. Viele Kinder wollten gerne mitmachen. Allerdings konnten (Corona bedingt) nur wenige Kinder die Hortbetreuung in den Ferien wahrnehmen. Deshalb war die TN Zahl auf acht gesunken. Die Kinder die aber am Projekt beteiligt waren, waren dies auch mit ganzen Herzen. Wir trafen uns alle im Besprechungsraum. Alle Kinder erfuhren hier gleichzeitig die Aufgabe: “Kreiert mit Hilfe der App Puppet Pals eine Heldengeschichte”.

Zuerst sollten sich die Kinder selbst in drei Gruppen einteilen. Eine reine Jungengruppe, eine reine Mädchengruppe und ein gemischtes Team entsteht. Ich wollte sehen, ob es in den verschiedenen Gruppen/Teams unterschiedliche Herangehensweisen und Helden gibt. Dann gingen die Kinder in ihre Teams und hatten sich teilweise zuerst mit dem Thema und einer Geschichte oder teilweise zeitgleich eine Geschichte mit der App eine Heldengeschichte überlegt.

Im Vorgespräch habe ich bewusst nur über die Anwendung der App mit den Kindern gesprochen und nicht über Merkmale von Helden oder gar ihre eigenen Helden abgefragt, um wirklich keine Beeinflussung der Kinder zu provozieren. Erst im Abschluss des Projekts habe ich mit den Kindern darüber gesprochen und diskutiert.

Die einzelenen Teams trafen sich nacheinander mit mir. Ich filmte und lies die Kinder machen. Es war interessant zu hören, wer hier in den jeweiligen Gruppen die Führung übernham. Zum Abschluss gab es ein Kino. Alle Projektteilnehmer*innen versammelten sich im Besprechungsraum. Wir sahen mit Hilfe des Beamers alle Geschichten nacheinander an.

Und jetzt begann das eigentliche Projekt für mich:

Meine Fragen gingen nicht darum, wer das beste Video gedreht hatte, sondern darum, was macht denn einen guten Helden aus? Kann denn jeder ein Held werden? Was für Voraussetzungen müssen denn gegeben sein, um ein Held zu werden? Kann ich als Kind auch ein Held sein? Was ist ein Held überhaupt?

Als Ergebnis kann ich sagen, dass den Kindern völlig egal war, ob ein Junge oder ein Mädchen ein Held ist. Sowohl in deren Geschichen als auch in der Diskussion im wahren Leben. Die Kinder fanden lediglich die Figuren in der App als solches Hilfebedürftig oder nicht. Im realen Leben ist ein Held, nach der Aussage der Kinder, derjenige der sich für andere einsetzt.

Projektrahmen

  • Das Projekt fand während der Ferienbetreuung im Hort statt. Und wurde als Workshop betitelt.

Eingesetzte Medien

  • Wir hatten drei Tablets, einen Beamer und die App Puppet Pals

Herausforderungen und/oder Punktlandungen

Es gab überhaupt keine Schwierigkeiten. Die Kinder waren im Umgang mit der App vertraut und wussten auch gleich, was für eine Heldengeschichte entstehen wird. Gut war, dass die Kinder völlig vorurteilsfrei an das Thema herangingen. Das war sehr gut, und ich würde es auch immer wieder so machen um ein völlig authentisches Ergebnis der Kinder zu bekommen.

Tipps und Tricks

Wenn man wie ich, auf eine App zurückgreift, sollten die Kinder schon den Umgang mit der App gewohnt sein, sonst lenkt das einarbeiten in die App sehr von dem Einarbeiten in das Thema ab.

Feedback

Den Kindern ging es gar nicht umbedingt darum einen Helden zu schaffen, sondern mehr darum, mit der App umzugehen. So oder so hatten die Kinder einen Riesen Spaß bei der Aktion. Sie lernten noch einige Tricks in der App aber auch, dass Helden nicht am Geschlecht festzumachen sind, sondern an dem, was ein Held ausmacht. Sich für andere einzusetzen. Das bedeutet es ein Held zu sein. Schön war für mich die Erkenntnis, dass es alle Kinder das Thema Held, nicht am Geschlecht festmachen, sondern an der Tat.

Ausblick

Die Kinder wollten unbedingt ihre Videos online stellen. Als Kompromiss wählten wir die “Nicht gelistet” Version von YouTube und einen Link an die Eltern um sich die Videos dort mit den anderen Kindern anzusehen.

Links und Material

Zusammenfassung des Projektes:


Autor*in: Katrin Lengenfelder – Pädagogische Gesamtleitung eines Kinderhauses in Mittelfranken

Ein Projekt von: Katrin Lengenfelder – Medien_Weiter_Bildung #gender 2020