Anleitungen für den technischen Aufbau hybrider Formate

Martin Noweck
Eine Skizze eines hybriden Workshops mit Moderation, Referent*in und Publikum inklusive technischer Geräte

3 Fragezeichen – 3 Ausrufezeichen!

Während vor ein paar Jahren eine (meist teuer zu bezahlende) Telefonkonferenz noch das höchste der zusammengeschalteten Gefühle war, hat sich die Welt mit Beginn der Covid-19-Pandemie mit rasanter Geschwindigkeit auf Homeoffice und die damit verbundenen Videokonferenztools umgestellt.

Nachdem wir in diesem Zusammenhang viele verschiedene Werkzeuge kennengelernt haben und die Anfangsschwierigkeiten- und Abneigungen überwunden sind, stellt die Nutzung eines Videokonferenzsystems mehr als zwei Jahre später keine große Herausforderung mehr dar. Die meisten Teilnehmer*innen haben ihr Setup (sowohl technisch als auch im wahrsten Sinne des Wortes) gefunden. Da sie meist alleine im Raum sitzen, sind auch keine Störungen akustischer Art oder Beeinträchtigung der Bandbreite zu befürchten.

Etwas komplizierter wird es, wenn eine hybride Veranstaltung geplant wird, bei der Teilnehmer*innen gleichberechtigt sowohl on- als auch offline teilnehmen sollen. Wir haben uns in diesem Zusammenhang Gedanken für ein kleines Handout zu dem Thema gemacht und zeigen hier drei Szenarien auf, wir ihr eine hybride Veranstaltung über die Bühnen beider Welten bringen könnt.

Szenario 01: Kleine Veranstaltung

Skizze Szenario 01 – Kleine Veranstaltung
  • 10 Teilnehmer*innen
  • 5 offline und 5 online

Wir sollten uns nichts vormachen: Digitale Teilnehmer*innen einer Veranstaltung sitzen in gewisser Weise immer in der zweiten Reihe, weil ihnen die zwischenmenschliche Ebene fehlt. Sei es ein kurzer Zwischenruf und daran geknüpft ein Lacher oder ein amüsierter Blick oder der soziale Austausch und das Netzwerken in den Kaffeepausen.

Wenn wir aber die Prämisse zugrunde legen, dass wir diesen Gap zwischen on- und offline minimieren möchten, dann haben wir gute Erfahrungen mit folgendem Szenario gemacht: Bei einer kleinen hybriden Veranstaltung nehmen alle Teilnehmer*innen ausschließlich digital teil. Die analog anwesenden Menschen haben immer noch den Heimvorteil der echten Kaffeepause. Weil alle digital teilnehmen, gibt es keine Ungleichbehandlung der Beteiligten und der technische Aufwand ist überschaubar.

Technischer Aufbau

TN-Geräte:

Vor Ort benötigt jede*r Teilnehmer*in ein digitales Endgerät, im besten Fall ein Laptop mit kabelgebundenem Netzwerkanschluss (LAN).

Videokonferenzsystem: Alle Teilnehmer*innen sind über ein Videokonferenzsystem miteinander verbunden.

Internet:

Idealerweise verwendet keiner der Teilnehmer*innen WLAN, um an der Veranstaltung teilzunehmen, d. h. auch die Online-Teilnehmer*innen sollten sich zuhause mittels LAN verbinden. Für die Offline-Teilnehmer*innen bedeutet dies, dass es insgesamt 6 funktionierende LAN-Kabel und einen Netzwerk-Switch vor Ort geben muss.

Audio:

Alle Teilnehmer*innen sowohl on- als auch offline verwenden ein eigenes Headset (eine „Hörsprechgarnitur“), damit es keine Interferenzen beim Ton gibt.

Licht:

Im besten Fall sitzt keiner der Menschen vor einem zu hellen Hintergrund (weiße Wand oder Fenster), sondern wird von vorne gleichmäßig ausgeleuchtet. Die Offline-Teilnehmer*innen können beispielsweise mit einem großen runden Lampion (z. B. von einem schwedischen Möbelhaus) beleuchtet werden, der in ihrer Mitte hängt oder aufgestellt wird.

Perspektive:

Extrapunkte gibt es für die Verwendung einer kleinen Erhöhung des Laptops, damit die Webcam nicht von unten in die Nasenlöcher reinfilmt und eventuell vorhandene Doppelkinne größer aussehen lässt, als sie sind.

Tipp:

Wichtig ist, dass für die Veranstaltung die bestmögliche Internetbandbreite zur Verfügung steht – d. h., dass Kolleg*innen oder Mitbewohner*innen nicht zeitgleich in einer anderen Videokonferenz sind, Netflix gucken oder große Datenmengen auf eine Videoplattform hochladen. Sollte die Gewährleistung nicht möglich sein, empfehlen wir die Anschaffung oder Leihe eines LTE-Routers, also eines mobilen Internetzugangs.

Technikliste Szenario 01:

5x          Laptops mit Ethernet (LAN) Anschluss

5x          Headsets mit Kopfhörer/Mikrofon

6x          Ethernet-Kabel (am besten mit intakten „Nasen“, damit die Kabel nicht heimlich rausrutschen können)

1x          Ethernet-Switch mit Netzteil

1x          LTE-Modem mit Netzteil

1x          großer Lampion

8x          Stromanschlüsse (220V – Pro-Tipp: Kabeltrommeln immer ganz abwickeln!)

Szenario 02: Mittlere Veranstaltung

Skizze Szenario 02 – Mittlere Veranstaltung
  • 30 Teilnehmer*innen
  • 15 offline und 15 online

Obwohl sich das Konzept der kleinen Veranstaltung auch für dieses Szenario fortführen ließe und viele der Grundsätze (kein WLAN, Beleuchtung, Kamera, Ton, etc.) weiterhin geltend sind, stößt der basisdemokratische Aspekt irgendwann an seine Grenzen. Aus Gründen der Einfachheit bleiben wir zwar immer noch bei einem Videokonferenztool zur Interaktion zwischen der Online- und Offline-Welt, es sollte jedoch auf jeder Seite eine Moderation als Gesprächsleitung geben.

Technischer Aufbau

Technischer Aufbau Szenario 02 – Mittlere Veranstaltung

Kamera:

Die Offline-Situation wird mit zwei bis drei externen Kameras vor Ort gefilmt: dabei bildet eine Totale die Situation ab, damit die Zuschauer*innen im Digitalen einen Eindruck vom Setting und der Räumlichkeit haben. Eine zweite Kamera macht eine Nahaufnahme von der Offline-Moderation, damit im Videokonferenztool die Moderation nicht nur in Briefmarkengröße erscheint. Wenn die Offline-Moderation vor Ort keinen festen Sitzplatz hat, sondern sich während der Moderation bewegt, dann empfiehlt es sich diese zweite Kamera fernsteuerbar zu machen oder mit einem Menschen zu besetzen, der die Kamera bedient und den Bewegungen nachführt. Auch wenn die Kamera fernsteuerbar ist (z. B. über einen Gimbal oder Remotekopf), dann muss jemand sie bedienen.

Tipp: Wichtig ist eine Absprache mit der Moderation, ob es z. B. eine Einbeziehung des Publikums gibt, ob der Kamerabereich verlassen wird, etc.

Licht:

Der nach dieser Absprache abzubildende Bereich sollte mit weichem Porträtlicht ausgeleuchtet werden.

Wortbeiträge:

Wenn es keiner reiner Vortrag, sondern auch eine Diskussion mit den offline anwesenden Teilnehmer*innen geben soll, dann bieten sich zwei Möglichkeiten an:

  1. entweder die Teilnehmer*innen mit Wortbeitrag kommen nach „vorne“ um stellen sich an die Position der Moderation und sprechen von dort (dann in die gleiche zweite Kamera, die auch die Nahaufnahme der Moderation macht)
  2. oder es wird ein Punkt im Raum definiert, an dem sich diese Teilnehmer*innen hinstellen und ihren Beitrag leisten – dieser Punkt wird dann von einer dritten Kamera (und natürlich auch Licht) abgedeckt.

Videomischer:

Vor Ort muss entschieden werden, welches der Kamerabilder wann im Digitalen zu sehen ist. Das dafür notwendige technische Gerät nennt sich „Videomischer“ oder „Bildmischer“ und daran werden alle Videosignale (z. B. Kameraausgänge) angeschlossen. Ähnlich wie bei einem Tonmischpult, bei dem man entscheiden kann, welche Tonquelle wann zu hören ist, werden hier die verschiedenen Kamerasignale zusammengeschnitten und erscheinen dann als ein fertiges Bild im Videokonferenztool, z. B. unter dem Namen „Studio“. Dazu muss der Videomischer an dem Videokonferenzrechner angeschlossen sein. Es gibt dafür Geräte in verschiedensten Größen und Preisklassen von allen möglichen Herstellern – wir haben größtenteils gute Erfahrungen mit den Geräten der Firma Blackmagic Design gemacht, auch wenn es ähnliche Geräte auch von SONY, Panasonic, Roland und vielen anderen Anbietern gibt. Der große Vorteil von Blackmagic-Geräten ist die weite Verbreitung im niedrigschwelligen Bereich (d. h. es gibt viele Online-Ressourcen zu möglichen Fragestellungen) und die Tatsache, dass er von den meisten Videokonferenz Apps (wie z. B. Zoom, Webex, etc.) als Gerät erkannt wird.

Laptops:

Am einfachsten ist es hier mit zwei Laptops zu arbeiten. Ein Laptop überführt das Signal aus der Offline-Welt in die Online-Welt. Ein zweiter Laptop dient als Rückkanal, d. h. hier können wir alle digitalen Teilnehmer*innen als Kachel sehen.

Fernseher:

Der HDMI-Ausgang dieses zweiten Laptops wird an einen großen Fernseher (55 Zoll oder größer) angeschlossen und frontal hingestellt, sodass die Offline-Teilnehmer*innen ihn gut sehen können. Tatsächlich haben wir die Erfahrung gemacht, dass ein zu kleiner Monitor die Lesbarkeit während einer Veranstaltung erschwert. Wenn ein*e digitale*r Teilnehmer*in sich zu Wort meldet, dann wird die Person händisch oder automatisch (je nach Software und/oder Einstellung der Software) auf Vollbild geschaltet und ist dadurch mit seinem Redebeitrag auch in der offline-Welt besser zu sehen.

Grundsätzlich ließe sich dafür auch ein Beamer verwenden – aus verschiedenen Gründen plädieren wir aber für einen großen Fernseher:

  • der Fernseher ist ein „Selbstleuchter“, d. h. das Bild lässt sich auch unabhängig von der Lichtsituation vor Ort besser erkennen
  • die Moderation vor Ort wird nicht durch einen Beamer angeleuchtet (meistens ab dem Oberkörper aufwärts)
  • die digitalen Teilnehmer*innen könnten bei einem zu großem Beamerbild überproportional groß dargestellt werden (Stichwort: Big Brother is watching!) und stehen dann „über“ den Offline-Teilnehmer*innen
  • der Lüfter des Beamers stört die Tonübertragung nicht

Audio:

Damit ist auch schon das Stichwort zum „bösen Stiefkind“ gefallen – dem Ton! Für die 15 Teilnehmer*innen in der Offline-Welt braucht es eigentlich keine Beschallung. Wenn sie nicht zu weit auseinandersitzen und der Raum nicht akustisch ungünstig ist (z. B. Kirche oder ein anderer Raum mit viel Stein, Glas und Metall), können sie sich auch ohne Mikrofon gut verstehen.

Mikrofone: Damit die Online-Teilnehmer*innen sie gut verstehen können, brauchen wir unbedingt mindestens ein externes Mikrofon. Dieses externe Mikrofon kann z. B. ein Ansteckmikrofon, ein Rednerpultmikrofon oder ein Mikrofon mit Handsender sein. Als „Rule of Thumb“ sollte es nicht weiter als 30-50cm vom Mund der sprechenden Person entfernt befinden. Je nachdem welche Regelung bei den Wortbeiträgen der Offline-Teilnehmer*innen getroffen wurde, sollte es für diese unter Umständen ein zweites bzw. eigenes Mikrofon geben.

Havariemikrofon: Für alle Fälle sollte es ein kabelgebundenes (kein Funk!) Havariemikrofon geben, d. h. ein Mikrofon welches über Kabel angeschlossen wird, unabhängig von Funksignalen funktioniert (!) und im Falle einer Funkstörung schnell verwendet werden kann. Dieses Mikrofon sollte auch vorher aufgebaut und mitgetestet werden, damit man im Störungsfall schnell umschalten kann.

Tonmischpult:

Der Ton der Mikrofone wird am besten über ein Tonmischpult zusammengemischt und dann als Summe entweder direkt an eine der Videokameras, den Videomischer oder das Audiointerface, welches mit dem Videokonferenz-Rechner verbunden ist, angeschlossen und dadurch in die Online-Welt übertragen. Vorteil beim Anschluss an eine der Videokameras sind:

  • Der Ton ist dann in das Videosignal „eingebettet“ und wird ohne extra Kabel mit übertragen („embedded audio“).
  • Wenn z. B. der „Vortrag“ in der Kamera aufgezeichnet werden soll, ist der Ton schon mit drauf.

Lautsprecher:

Der Ton der digitalen Teilnehmer*innen muss natürlich vor Ort auch hörbar gemacht werden, dafür werden idealerweise externe Lautsprecher eingesetzt. Wir empfehlen am besten aktive Lautsprecher, d. h. Lautsprecher mit eingebautem Verstärker – wenn vor Ort eine Beschallungsanlage vorhanden ist, kann diese natürlich auch verwendet werden.

Tipp: Um eine Doppelung des Tons zu vermeiden solltet ihr den Tonausgang des sendenden Laptops („Studio“) mit den Lautsprechern vor Ort verbinden. Wenn Ihr den zweiten Laptop dafür verwendet, kann es zu einer Tondoppelung kommen, d. h. jemand sagt etwas vor Ort und es ist wenig später im Videokonferenztool zu hören. Die meisten Videokonferenztools schalten diese Doppelung automatisch aus.

Online-Moderation:

Bis jetzt haben wir nur über die Situation vor Ort gesprochen – auch für die Online-Welt benötigt es im besten Fall eine Online-Moderation/Chat-Moderation o. Ä., die sich um die digitalen Teilnehmer*innen kümmert.

Im besten Fall ist diese Online-Moderation schon 15 bis 30 Minuten vor dem eigentlichen Veranstaltungsbeginn da, begrüßt die Online-Teilnehmer*innen und gibt ihnen Tipps und Hilfestellungen, sollte es zu technischen Fragestellungen oder ähnlich kommen und überbrückt die Wartezeit auf den Beginn der Veranstaltung mit Smalltalk o. Ä.

Offline-Moderation:

Wenn die Veranstaltung beginnt, sollte die Offline-Moderation natürlich ALLE Teilnehmer*innen begrüßen (Kamerablick!) und könnte dazu auch eine Schaltung zur Online-Moderation machen – z. B. in dem diese ja nach Videokonferenztool gepinnt oder vergrößert wird. Dadurch wird die Online-Moderation auch für die Offline-Teilnehmer*innen sichtbar und kann diese genauso begrüßen.

Pro-Tipp: Als Luxusoption mit weicher Abgrenzung zum folgenden dritten Szenario könnte man auch mit zwei Fernsehern mit gespiegelten Inhalten arbeiten: Einer ist dem Offline-Publikum zugewandt (auf Augenhöhe), der zweite steht schräg am Boden und ist wie ein digitaler Souffleur-Kasten der Offline-Moderation zugewandt. Dadurch kann diese, ohne den Blick zu wenden, die digitalen Teilnehmer*innen sehen und gegebenenfalls auch den Chat mitlesen.

Stummschaltung:

Wenn die Online-Teilnehmer*innen diszipliniert mit ihrem Audio umgehen, dann kann man den Ton in der Offline-Welt immer „offen“ lassen. Sobald eine Person aus der Online-Welt etwas sagen möchte, ist sie direkt zu hören. Die Online-Moderation muss dabei wachsam sein und Teilnehmende schnell stummschalten, die vergessen, ihr Audio auszuschalten (Störgeräusche!). Die genaue Vorgehensweise hängt hier jedoch von der Art Veranstaltung ab. Alternativ kann die Offline-Moderation auch immer aktiv bei der Online-Moderation nachfragen, ob es in der Online-Welt Fragen gibt oder was gerade auf der Chat-Ebene passiert. Da im Eifer des Gefechts das Nachfragen vielleicht auch mal vergessen wird, muss sich die Online-Moderation ggf. „hart“ reinschalten.

Umgekehrt sollte natürlich ein Mitglied des Technik-Teams in der Offline-Welt die Mikrofone vor Ort stummschalten, wenn eine Person aus der Online-Welt spricht, weil sonst der Online-Ton über den Lautsprecher ins offene Mikrofon der Offline-Moderation wandert und damit wieder als Störung zurück in die Online-Welt kommen könnte.

Bühnenbild:

Showtime: ein wichtiger – und leider oft unbeachteter Aspekt – ist das Bühnenbild. Gestalterisch ist es nicht so schön, irgendwelche Heizungsrohre, Kabelkanäle, etc. hinter der vortragenden Person zu sehen. Diese lassen sich gut hinter einer hübschen mobilen Wand oder ähnlichem verstecken. Manchmal bietet sich auch ein thematisches Setting an, z. B. ein Klassenzimmer, wenn es um das Thema „Bildung“ geht oder ähnlich.

Team:

Zu guter Letzt hier noch ein kurzer Realitycheck der Arbeitskräfte, die für die Umsetzung dieses Szenarios notwendig sind und sich nicht aus der Situation ergeben. Idealerweise sollten sich vor Ort mindestens zwei Personen um die Technik kümmern, d. h. eine Person sollte die Kamera und eine zweite Person die Bildregie und die Videokonferenz-Laptops bedienen.

Technikliste Szenario 02:

2x          Videokameras mit Netzteil, HDMI (oder SDI-Ausgang – hängt von der weiteren Infrastruktur ab), XLR-Toneingang, Brennweite ca. 24-70mm (auf Kleinbild gerechnet)

2x          Kamerastativ (stabil, nicht zu wacklig – z. B. Manfrotto)

3x          lange HDMI-Kabel á 20m (am besten Glasfaser HDMI Kabel, damit die Kabellänge funktioniert)

3x          großflächige LED-Softlichter (dimmbar, mit anpassbarer Farbtemperatur) mit Netzkabel und 3x Stativen, z. B. von LITEPANEL

2x          Funkmikros (z. B. Sennheiser Evolution Wireless) mit Empfänger, 2 Netzteilen und 2x XLR-Kabeln (kurz)

1x          Handmikro (Dynamisch) als Havariegerät

3x          Mikrofonstative mit Mikrofonbefestigungsklammern

2x          lange XLR-Kabel á 20m (Audiokabel)

1x          Tonmischpult mit 3 symmetrischen Mikrofoneingängen z. B. Mackie VLZ 1402 mit Netzteil

1x          Kopfhörer mit 3.5mm/6.3mm Stereoklinkenstecker zur Tonkontrolle

2x          leistungsstarke Laptops (am besten aktuelle Mac Book Pros) mit USB-C, Ethernet und HDMI-Schnittstelle

1x          Videomischer z. B. Blackmagic Design ATEM Mini mit Netzteil und dazugehörigen Kabeln

2x          Ethernet-Kabel (siehe Szenario 01)

1x          Ethernet-Switch mit Netzteil

1x          LTE-Modem (z. B. CUBE) mit Netzteil

1x          aktiver HDMI-Splitter (1auf2) mit Netzteil

2x          kurze HDMI-Kabel á 5m

1x          Fernseher mind. 55“ mit HDMI-Eingang, Fernbedienung, Stativ und eingebauten Lautsprecher, Stromkabel

1x          Fernseher ca. 23“ mit HDMI-Eingang, Fernbedienung, Stromkabel

3x          Sandsäcke (zum Stabilisieren des am Boden stehenden 23“ Fernsehers)

16x        Stromanschluss (220V Schuko)

10x        Stromverlängerungskabel (220V Schuko)

Spezielle Technikempfehlungen beruhen auf unseren bisherigen Erfahrungen in der Praxis. Wir haben die Kompatibilität der Geräte nicht mit allen Betriebssystemen getestet, deshalb sind alle Angaben ohne Gewähr.

Szenario 03: Große Veranstaltung

Technischer Aufbau Szenario 03 – große Veranstaltung
  • 150 Teilnehmer*innen
  • 50 offline und 100 online

Das Szenario 3 ist nichts anders als eine kleine Fernsehshow. Zum Einsatz kommen mehrere Kameraperspektiven, Videoeinspieler und/oder Präsentationen (welche einen Vortrag unterstützen), es kann zugeschaltete Gäste geben, es ist notwendig Licht aufzubauen und zu guter Letzt benötigt man eine Fachperson für Tontechnik.

Technischer Aufbau

Räumlichkeiten:

Eine Situation mit 50 Offline-Teilnehmer*innen kann in einem großen Konferenzraum stattfinden (d. h. Vortragende und Publikum befinden sich auf der gleichen Ebene), findet aber oft in einem Vortragssaal, Veranstaltungssaal, Theater, Audimax, etc. statt – d. h. es gibt eine Art Bühnensituation.

Das soll nicht abschrecken – im Gegenteil erleichtert es die Planung sogar ein wenig, da das Setting bzw. auch die abzubildende Tagung konkreter wird; d. h. der Ort ist klarer definiert und mit Glück hängt oft schon Licht- und Tontechnik vor Ort, auf die man für die Umsetzung der Veranstaltung zurückgreifen kann.

Videokonferenztool:

Bei einer großen Veranstaltung muss kein Videokonferenztool zum Einsatz kommen, sondern möglicherweise ein anderes System verwendet werden. Das hängt aber von vielen Faktoren ab, die sich hier nicht pauschal beantworten lassen, z. B.:

  • Soll es eher einen Workshopcharakter haben bzw. gibt es ein Videokonferenztool, welches von der Einrichtung immer verwendet wird und mit dem alle Teilnehmer*innen vertraut sind?
  • Kann das Videokonferenztool die Anzahl der Online-Teilnehmer*innen leisten (oder muss dafür eine teurere Lizenz gekauft werden)?
  • Soll die Veranstaltung – die ja dann offline oft eine Bühnensituation ist – ähnlich auch im Netz abgebildet werden?

Wir haben uns bei verschiedenen Veranstaltungen unterschiedlich entschieden. Manchmal war das Videokonferenztool das Mittel der Wahl, einige Male haben wir auch das Geschehen vor Ort in einem passiven Livestream (z. B. über VIMEO oder YouTube) abgebildet, der z. B. auf einer Webseite eingebunden war und bei dem die digitalen Teilnehmer*innen über ein Chat-Tool partizipieren konnten (damit sie keinen Account z. B. bei Google für YouTube machen müssen oder ähnlich – anders lässt sich z. B. nicht mitchatten).

In den besonderen Fällen, in denen wir das gemacht haben, ging es zum einen darum, die Webseite der Veranstaltung auch als eine Art digitales Festival/Visitenkarte zu sehen und zum anderen, weil es oftmals auch ein digitales Podium gab, bei dem z. B. via Zoom nach dem „Festvortrag“ oder „Impulsvortrag“ eine hybride Podiumsdiskussion stattgefunden hat.

Kameras:

Im Idealfall wird diese Bühnensituation mit 4 Kameras gefilmt. Eine Totale zeigt die ganze Situation und erleichtert den digitalen Teilnehmer*innen die räumliche Orientierung. Neben der Totalen wird eine zweite Kamera positioniert, die aus einer ähnlichen optischen Achse eine Nahaufnahme des Bühnengeschehens liefern kann. Die Verwendung der Kamera bietet sich an bei einer Vortragssituation/Festrede an einem Rednerpult oder bei einer direkten Ansprache des Publikums durch die Moderation. Links und rechts von der Bühne (oder auf der Bühne an den seitlichen Rändern) wird jeweils eine seitliche Kamera positioniert, die bei einem Dialog auf der Bühne (z. B. Moderation begrüßt einen Gast auf der Bühne und die beiden unterhalten sich) oder bei einer Podiumsdiskussion die Diskutant*innen jeweils mit Schuss- und Gegenschuss mit einer Nahaufnahme abbildet. Diese beiden seitlichen Kameras können sich auch bei Wortmeldungen aus dem Offline-Publikum ins Publikum richten und die Fragen/Wortbeiträge für die digitalen Teilnehmer*innen abbilden. Wenn die Bühne hoch ist, dann hilft die Verwendung von Podesten für die Kameras, damit diese die Personen auf der Bühne nicht zu untersichtig abbilden.

Tipp: Wichtig ist hier übrigens die Einverständniserklärung aller Offline-Teilnehmer*innen dass sie gefilmt werden dürfen z. B. in Form eines „Zustimmens durch Betreten des Saals“ o. Ä.

Videomischer

Um zwischen diesen verschiedenen Kameraperspektiven und sonstigen möglichen Quellen (wie z. B. Grußworte als Zuspieler, weil ein wichtige*r Schirmherr*in/Sponsor der Veranstaltung nicht persönlich kommen kann oder der oben erwähnten Präsentation) umzuschalten, werden diese verschiedenen Kamerasignale über einen Videomischer geschnitten, d. h. eine Bildregie koordiniert über eine Interkom (eine Tonverbindung aller Kameramenschen für Kommandoabsprachen wie z. B. „Kamera 01 macht eine Nahaufnahme von Gast 02, Kamera 04 macht eine Halbnahe von der Moderation“) die verschiedenen Kameras. Der Ausgang des Bildmischers kann:

  1. zum einen für spätere Verwendung/Dokumentation oder für den Fall, dass die Internetverbindung instabil ist, aufgezeichnet werden
  2. in ein Videokonferenztool eingespeist werden
  3. in einem Livestream abgebildet werden

Eine Kombination aus allen drei Varianten ist möglich und oft auch sinnvoll.

Aufzeichnung:

Für die Aufzeichnung (siehe a) kann man verschiedene Wege gehen: entweder man hängt hinter den Bildmischer einen Videorekorder, der das Signal aufzeichnen kann, man könnte in unterschiedlichen Livestreaming-Apps (wie z. B. OBS Studio) eine Aufzeichnung auf den Rechner machen oder man kann in allen Kameras eine Aufnahme mitlaufen lassen und dann nachträglich noch den Bildschnitt „putzen“. Wir haben alle dieser Szenarien schon umgesetzt und es hängt immer auch vom konkreten Setup und der gewünschten späteren Verwendung ab, welche Vorgehensweise jeweils angebracht ist.

Licht:

Der Saal sollte kein direktes Tageslicht abbekommen und die Bühnensituation im besten Fall mit großflächigem/weichem Porträtlicht ausgeleuchtet sein. Oft ist in einem Saal (da er ja von der Konzeption kein Fernsehstudio ist) ein hartes Theaterlicht vorinstalliert, d. h. ein weiches Porträtlicht müsste man mitbringen und erfordert auch ein bisschen Knowhow, da es sonst „überall ist“ – weiches Licht ist schwieriger einzugrenzen. Wenn ein* erfahrene*r Beleuchter*in vor Ort ist, dann lässt sich auch mit dem harten Theaterlicht arbeiten.

Bühnenbild:

Auch in diesem Szenario ist das Bühnenbild wichtig, aber aufgrund der Bühnensituation etwas vernachlässigbarer als in einem hybriden Workshop.

Fernseher/Beamer:

Auf der Bühne würde ich wahlweise zwei große Fernseher (55“ – 80“) oder einen großen Fernseher und ein Beamerbild positionieren. Es empfiehlt sich, die Fernseher nicht zu klein zu wählen, damit sich die Moderation nicht zu stark bemühen muss, die digitalen Gäste zu erkennen.

Auf dem einen Fernseher (oder Beamer) könnte z. B. am Anfang ein Logo der Veranstaltung stehen, während dem Vortrag z. B. eine Präsentation zu sehen sein, etc.

Bei einem Beamer sollte man darauf achten, dass er nicht die Oberkörper der Menschen auf der Bühne anleuchtet/diese blendet und das nicht zu viel Bühnenlicht auf die Leinwand fällt und dadurch die Bildqualität des Beamerbildes beeinträchtigt.

Auf dem zweiten Fernseher werden die digitalen Teilnehmer*innen und/oder das digitale Podium abgebildet. Hier würde ich immer einen Fernseher nehmen, weil die digitalen Teilnehmer*innen dadurch nicht größer sind als die analogen Menschen auf der Bühne und weil sie durch den Fernseher ein schönerer Bestandteil des Bühnenbildes werden.

Im besten Fall werden diese beiden Fernseher nochmal durch zwei etwas kleinere Videomonitore (mindestens 23“ – besser 42“) gespiegelt, die wie ein „digitaler Soufflierkasten“ am vorderen Bühnenrand stehen und auf denen jeweils das Bild der beiden Fernseher zu sehen ist, d. h. auf dem einen Monitor die Präsentation und auf dem anderen Monitor die digitalen Teilnehmer*innen.

Beschallung:

Aus tontechnischer Sicht ist bei diesem Szenario ein neuer Aspekt dazu gekommen – die Offline-Teilnehmer*innen vor Ort müssen beschallt werden, d. h. die Redebeiträge müssen alle über mindestens ein Mikrofon erfolgen und verstärkt werden, damit die Offline-Teilnehmer*innen alles im Saal verstehen können. Das muss – je nach baulicher Beschaffenheit, Größe des Saals und Anzahl der Teilnehmer*innen – nicht laut sein.

Audio:

Gleichzeitig muss der Ton der Offline-Redebeiträge auch in die Online-Welt übertragen werden, d. h. hier kann der Ausgang des Tonmischpultes z. B. wieder mit einer Kamera oder dem Videomischer verbunden und mit dem Videosignal verbunden werden. So können alle digitalen Teilnehmer*innen – sei es im Videokonferenztool oder im Stream – akustisch an der Veranstaltung teilhaben.

Tonmischpult:

Komplizierter wird es jetzt, da die digitalen Teilnehmer*innen im Laufe der Veranstaltung auch akustisch zu Wort kommen wollen. Der Ton aus dem Videokonferenztool muss im Veranstaltungssaal über die Beschallung zu hören sein, darf aber nicht wieder in das Videokonferenztool eingespeist werden, da es sonst eine Endlosschleife und damit ein Echo/Rückkopplung gibt. Dafür benötigt man eine sogenannte „n-1“-Schaltung – manchmal macht das Videokonferenztool das automatisch, weiterhin gibt es dafür spezielle Tonmischpult (aus dem Radio- oder Podcast-Bereich), die diese Schaltung eingebaut haben, die es jedoch meistens bei solchen Veranstaltungen vor Ort nicht gibt. Hilfe bietet aber auch ein Tonmischpult mit verschieden Aux-Wegen oder einer Audiomatrix, d. h. getrennt regelbaren Audioausgängen, mit der sich die „n-1“-Schaltung nachbauen lässt:

  • ein Ausgang des Tonmischpultes dient der Beschallung des Offline-Publikums und dort ist alles zu hören: der verstärkte Live-Ton vor Ort sowie die Wortbeiträge der Online-Teilnehmer*innen.
  • ein zweiter Ausgang des Tonmischpultes wird wie beschrieben mit dem Videobild verheiratet, jedoch ohne den Ton aus dem Videokonferenztool.

Boxen:

Etwas komplizierter wird es dadurch, dass die Boxen für die Beschallung im besten Fall am vorderen Bühnenrand stehen, damit die Moderationsmikros auf der Bühne sich hinter den Boxen befinden. Das ist sehr wichtig, um ein böses Rückkopplungspfeifen zu vermeiden. Dadurch hören die Menschen auf der Bühne sich aber weder selbst (bzw. es fehlt ihnen das Gefühl für die eigene Lautstärke) noch können sie die digitalen Teilnehmer*innen verstehen. Aus diesem Grund benötigen wir für den Monitorsound auf der Bühne noch sogenannte „Wedges“, das sind abgeschrägte Boxen, die auf dem Bühnenboden liegen und nur für die Menschen auf der Bühne gedacht sind. Auch diese Boxen müssen über einen dritten Ausgang des Tonmischpultes getrennt ansteuerbar sein.

Tipp: Aus Erfahrung können wir sagen: bei einer Veranstaltung in der Größenordnung wäre es falsch, an einem*einer Tontechniker*in zu sparen. Zwar lassen sich viele Sachen Voreinstellen und dann auch erklären, aber gerade bei Liveveranstaltungen muss unter Umständen schnell auf eine Situation reagiert werden und zum anderen ändert sich mit dem Einlass des Publikums nochmal die Akustik im Raum.

Chat:

Kommen wir zum Thema „Chat“ – grundsätzlich wäre die Beschränkung auf die digitale Teilnahme per Chat (und nicht per Audiowortmeldung) eine technische Vereinfachung der Szenarien, auch wenn es natürlich eine Ungleichbehandlung nach sich führt. Doch welche Möglichkeiten der Einbindung gibt es für diesen? Wir haben gute Erfahrungen mit einer Chatmoderation gemacht. Dabei lesen eine oder mehrere Personen den Chat mit, moderieren und treten als Anwält*innen der digitalen Teilnehmer*innen auf. Die Personen können auch in Personalunion mit der Online-Moderation agieren.

Bei verschiedenen Veranstaltungen hatten wir unterschiedliche Herangehensweisen:

  • Chatmoderation als Ko-Moderation/Sidekick à la Harald Schmidt, d. h. die Chatmoderation saß an einem Schreibtisch im Raum (Stichwort: Bühnenbild!) und konnte direkt angesprochen werden oder sich aktiv in die Moderation einmischen
  • Chatmoderation kopiert wichtige Fragen aus dem Chat in ein leeres Text-Dokument, welches auf einem großen Monitor für die Offline-Moderation sichtbar ist – sobald dort etwas erscheint, kann die Offline-Moderation die Frage aufgreifen
  • Chatmoderation sitzt mit Laptop und Headset im Offline-Publikum – neben einer damit stattfindenden gleichzeitigen Überwachung der Streamqualität, kann die Chatmoderation dann auch von der Offline-Moderation angesprochen werden: „Was passiert denn gerade im Chat?“

Internet:

Auch hier gilt die Maxime: kabelgebundener Internetzugang exklusiv für die Durchführung der Veranstaltung. Je nach Anforderung benötigt man im besten Fall 20Mbit/s (Upload!) für den Livestream und nochmal eine ähnliche Bandbreite für das Videokonferenztool. Sollte beides genutzt werden, dann wären wir bei 50Mbit/s (Upload!), die wir exklusiv für die Durchführung unserer Aufgabe benötigen – mehr ist nie verkehrt! Wenn aber nun die 50Mbit/s auch für das WLAN genutzt werden, in dass sich 50 Gäste mit Ihren Smartphones einwählen, dann bleiben im schlimmsten Fall weniger als 1Mbit/s für den Stream übrig und das reicht auf keinen Fall bzw. führt auch zum Abbruch des Streams (wenn die Bandbreite zu gering ist, dann wird z. B. von YouTube der Stream automatisch beendet).

Sollte es keinen „passiven“ Livestream geben, sondern ausschließlich über ein Videokonferenztool kommuniziert werden, dann bietet sich ein ähnliches Setup wie bei einem hybriden Workshop an: ein Rechner gibt das Signal aus der Offline-Welt raus, der zweite Rechner fungiert als Rückkanal und gibt die Online-Welt auf dem großen Fernseher wieder.

Team:

Personalcheck: für das hier skizzierte Setup sind drei Menschen an den Kameras notwendig, eine Person an der Bildregie/Streamingrechner/Videokonferenztool, eine Chatmoderation und der allerwichtigste Mensch ist der*die Tontechniker*in – insgesamt 6 Menschen hinter der Technik.

Pro-Tipp VMIX:

Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit eine VMIX-Workstation einzusetzen: das ist ein virtueller Videomischer, der entweder Standalone (mit 2 Live-Kamerasignalen und 8 digitalen Talkgästen) oder in Kombination mit einem vorgeschaltetem Videomischer genutzt werden kann .Das bietet sich z. B. an, um die Livekamerasignale vorzumischen und in den Eingang 1 des VMIX zu führen, während der Ausgang des Präsentations-Laptops mit einem HDMI-Splitter aufgeteilt und einmal auf den Beamer und einmal in den Eingang 2 des VMIX geführt wird. Im VMIX stehen dann die vorgemischten Kamerasignale, die Präsentation und bis zu 8 digitale Gäste zur Verfügung, die dann beliebig angeordnet, gestreamt und auch wieder auf Monitore ausgegeben werden können. Dafür wäre dann eine weitere Person zur Bedienung des VMIX-Rechners notwendig, womit wir bei 7 Menschen an der Technik wären.

Technikliste Szenario 03:

4x          Videokameras mit Netzteil, HDMI (oder SDI-Ausgang – hängt von der weiteren Infrastruktur ab), XLR-Toneingang, Brennweiten: 24-70mm und 3 Zooms mit 70-200mm (auf Kleinbild gerechnet)

4x          Kamerastativ (stabil, z. B. Sachtler)

1x          Kamerapodest (je nach Bühnenhöhe)

5x          lange Videokabel à 25-50m (bei HDMI am besten Glasfaser HDMI Kabel, damit die Kabellänge funktioniert – SDI verträgt die Länge besser)

1x          Bildmischer (Video) mit mindestens 5 Eingängen

1x          Vorschaumonitor für Bildregie

1x          Aufzeichnungsgerät für Bild und Ton

2x          leistungsstarke Laptops (am besten aktuelle Mac Book Pros) mit USB-C, Ethernet und HDMI-Schnittstelle

1x          leistungsstarker Laptop mit Präsentation (HDMI-Ausgang)

1x          aktiver HDMI-Splitter 1auf3 mit Netzteil

2x          Fernseher 65“ mit HDMI-Eingang, Fernbedienung, Stativ und eingebauten Lautsprecher, Stromkabel

2x          Fernseher 23“ mit HDMI-Eingang, Fernbedienung, Stromkabel

1x          aktiver HDMI-Splitter (1auf2) mit Netzteil

4x          HDMI-Kabel á 5m

4x          HDMI-Kabel á 10m

1x          drahtlose Interkom mit 5 Sprechstellen für Kommunikation Bildregie/Kameras

2x          Funkmikros (z. B. Sennheiser Evolution Wireless) mit Empfänger, 2 Netzteilen und 2x XLR-Kabeln (kurz)

1x          Handmikro (Dynamisch) für Rednerpult

3x          Mikrofonstative mit Mikrofonbefestigungsklammern

2x          lange XLR-Kabel á 20m (Audiokabel)

1x          Tonmischpult mit 3 symmetrischen Mikrofoneingängen und getrennt regelbaren AUX-Ausgängen für n-1

1x          Beschallungsanlage mit Lautsprechern für Publikum und Monitoranlage für Bühne

1x          Kopfhörer mit 3.5mm/6.3mm Stereoklinkenstecker zur Tonkontrolle

div.        Audiokabel

2x          Ethernet-Kabel (siehe Szenario 01)

1x          Ethernet-Switch mit Netzteil

1x          LTE-Modem (z. B. CUBE) mit Netzteil

6x          Sandsäcke (zum Stabilisieren der am Boden stehenden 23“ Fernseher)

24x        Stromanschlüsse (220V Schuko)

20x        Stromverlängerungen (220V Schuko)

Fazit

Die Videokonferenz (und Streamingtechnik) ermöglicht es plötzlich allen möglichen Veranstaltungen, dass alle möglichen Speaker*innen für Keynotes gedacht und angefragt werden können, die vorher schon an den Reisekosten gescheitert wären.

Von den genannten Fallstricken nicht abschrecken lassen – es ist kein Hexenwerk und mit ausreichendem Planungsvorlauf ist alles machbar. Grundsätzlich bietet es sich immer an, eine Trockenübung vor der eigentlichen Veranstaltung zu machen, d. h. meistens hilft im Vorfeld eine kleine Skizze/ein Schaltplan, um rauszufinden wo noch ein Denkfehler sitzt oder ein Kabel fehlt. Weiterhin hilft es die Technik beim Zusammenstellen/Ausleihen schon einmal aufzubauen und zu verkabeln, dann merkt man schnell, welche Adapter funktionieren und welche nicht und zu guter Letzt empfiehlt sich immer eine Art Generalprobe der eigentlichen Veranstaltung am Vortag oder am Vormittag vor der Abendveranstaltung.

FAILING TO PREPARE IS PREPARING TO FAIL

Trotzdem gibt es im echten Leben immer wieder Momente, die sich nicht planen lassen – beispielsweise ein Netzanbieter, der eine Leitung am Tag der Veranstaltung abschaltet etc.

Ein weiterer Aspekt, der hier noch gar nicht abgedeckt wurde ist der der Inklusion – z. B. über Untertitel, leichte Sprache, Gebärdendolmetscherin, etc.

Martin Noweck setzt als Kameramann und Director of Technology Veranstaltungen von Preisverleihungen bis zu Tagungen in Livestreamings und hybriden Formaten um. Dabei ist er für das JFF, aber auch für externe Auftraggeber wie das NS-Dokumentationszentrum, der Bayerischen Landeszentrale für Politische Bildung, die Münchner Freiwilligenmesse, Einrichtungen der LH München und den Bayerischen Jugendring tätig.

Ein Artikel von Martin Noweck

Anleitungen für den technischen Aufbau hybrider Formate

Martin Noweck
Eine Skizze eines hybriden Workshops mit Moderation, Referent*in und Publikum inklusive technischer Geräte

Ein Artikel von Martin Noweck

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