Adventskalender „Medientrends“ 2021

Kostenloser Newsletter via Signal-Messenger

Squid Game, Toca Life: World, Netzjargon & Co. – Medienphänomene und -angebote, die Kinder und Jugendliche umtreiben, sind vielfältig, oftmals kurzlebig, kreativ und manchmal nicht ohne. Hier up to date zu bleiben oder nachzuvollziehen, was den Reiz ausmacht, ist im (medien-)pädagogischen Alltag gar nicht so leicht.

Hier werden Sie vom 01. bis zum 24. Dezember täglich mit kurzen und knackigen Informationen und Quizfragen zu verschiedenen Medientrends versorgt.

2021 wurde der Adventskalender als kostenloser Newsletter über den Messengerdienst Signal versendet. Hier finden Sie alle Türchen des Adventskalenders „Medientrends“ 2021:

1. Türchen: Signal

Allen eine freie Kommunikation in geschützter Privatsphäre zu ermöglichen – das ist das Ziel der amerikanischen Signal-Stiftung. Deren Messenger Signal bietet die gängigen Funktionen wie Chats, Sprachanrufe und Videotelefonie. Der Schwerpunkt liegt auf der Sicherheit, weshalb der Open-Source-Dienst regelmäßig von Datenschutz-Expert*innen empfohlen wird. Signal ist bekannt für seine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Datensparsamkeit. Die App ist kosten- und werbefrei und finanziert sich ausschließlich über Spendengelder. Als WhatsApp Anfang 2021 die Änderung ihrer Datenschutzrichtlinien bekannt gab, stiegen die Download-Zahlen von Signal sprunghaft an. Auch in der Kinder- und Jugendarbeit werden Gruppenchats vermehrt über Signal geführt – und nun auch unser Adventskalender. Mehr Informationen unter: https://mobilsicher.de/ratgeber/messenger-app-signal-kurz-vorgestellt

2. Türchen: Squid Game

Knapp 500 verzweifelte Menschen in Geldnot lassen sich auf die dubiose Einladung ein, in Kinderspielen gegeneinander anzutreten. Wer siegt, kommt eine Runde weiter, wer verliert, wird getötet, wer als Letzte*r übrigbleibt, erhält ein Preisgeld in Millionenhöhe. Darum geht‘s in der südkoreanischen Netflix-Produktion Squid Game. Die Thrillerserie wurde von Netflix als „ab 16 Jahre“ gekennzeichnet, jedoch nicht durch die Freiwillige Selbstkontrolle FSK geprüft. Die Mischung aus K-Pop, Challenges und dem Traum vom großen Geld kommt bei Jugendlichen gut an. Doch auch viele Jüngere kommen an dem nicht Hype vorbei. Die extreme Brutalität schockiert und fasziniert gleichermaßen und macht die Serie zum Gesprächs- und Handlungsthema in der Peer Group und im Internet. Medienpädagogische Einschätzung: https://www.medienpaedagogik-praxis.de/2021/10/26/squid-game/

3. Türchen: JOMO

Wer sich durch Social Media Feeds scrollt, kann dabei schlechte Laune bekommen: Freund*innen posten Strand-Selfies, Influencer*innen rufen zur neuesten Tanz-Challenge auf, während das eigene Leben langweilig erscheint – gleichzeitig möchte man aber permanent über die Aktivitäten anderer Bescheid wissen. FOMO, „Fear of missing out“, nennt sich dieses Phänomen. Davon möchten sich viele junge Menschen distanzieren und schließen sich der Gegenbewegung an. JOMO steht für „Joy of missing out“ und zelebriert die Freude, etwas zu verpassen. Abends zuhause bleiben, einem Tiktok-Trend nicht folgen, das Smartphone auch Mal zur Seite legen – wer JOMO betreibt, versucht bewusster mit digitalen Medien umzugehen. Und findet dabei Freude am ganz normalen Alltag abseits von Normen der scheinbar perfekten Social-Media-Welt. Mehr Informationen unter: https://www.instagram.com/explore/tags/jomo/

4. Türchen: Anime

Große Kulleraugen, knallige Farben, tiefe Emotionen und ein ganz besonderer Zeichenstil – dafür sind Anime seit Jahrzehnten bekannt. Waren die japanischen Zeichentrickfilme in den 90ern noch eine Nische, wurden sie durch Social Media und Streamingdienste in den letzten Jahren auch in Deutschland immer beliebter. Auf Tiktok liegen Memes und Clips zu Serien wie HxH (Hunter x Hunter) oder AoT (Attack on Titan) im Trend. Streamingdienste bieten eine breite Auswahl an Genres und nehmen immer wieder Neuauflagen ins Programm, wie die Kultserie „Cowboy Bebop“ auf Netflix. Im TV begeistert „Heidi“ schon die ganz Kleinen. Kein Wunder, dass auch das Lesen von Mangas, die oftmals die (Buch-)Vorlage für Anime sind, immerpopulärer wird. Mehr Informationen unter: https://open.spotify.com/episode/0GhtouhrfFHIFoQsPV4pwD?go=1&sp_cid=96d045f675e366eef02b1709b77c76f4&utm_source=embed_player_p&utm_medium=desktop&nd=1

5. Türchen: VSCO

Retuschierte Gesichter, stimmungsvolle Filter, korrigiertes Licht – wer seine Social-Media-Fotos mit #vsco versieht, weist auf die Visual Supply Company hin. Das ist nicht nur eine App, sondern eine Fotografie-Community. Nach Erstellung eines Accounts stehen User*innen vorgefertigte Möglichkeiten zur Bildbearbeitung zur Verfügung, wobei einige davon kostenpflichtig sind. Einen ganz bestimmten Kleidungs- und Lebensstil zeigen auf Instagram und Co. #vscogirls und #vscoboys, deren Fotos eine verbindende Stimmung aufweisen: betont lässig und naturnah. Dieser Style zeichnet sich mitunter durch Social-Media-Wirksamkeit und bestimmte Markenprodukte aus, was der Grundstimmung ein wenig zuwiderläuft. Mehr Informationen unter: https://act-on.jff.de/vsco-girls-und-vsco-boys/

6. Türchen: Dark Social

Der Begriff Dark Social stammt aus dem Marketing und meint Online-Kommunikation abseits der Öffentlichkeit wie in Mails, Chats oder Messengern. Dark Social ist Teil des täglichen Online-Handelns und entspringt dem Wunsch nach Privatsphäre. Düster wird es, wenn sich Extremist*innen diesen kaum einsehbaren Raum zunutze machen. Während Accounts Rechtsradikaler auf sozialen Netzwerken häufig gesperrt werden, können sie ihre Anhängerschaft im Dark Social unzensiert und direkt ansprechen – unabhängig von Algorithmen. Hier teilen sie strafbare Inhalte, vernetzen ihre Mitglieder in Gruppenchats und treiben Radikalisierungsprozesse voran. Auf dem Messenger Telegram finden sich besonders viele Propaganda-Kanäle. Mehr Informationen unter: https://rise-jugendkultur.de/artikel/crossmedialer-extremismus-zwischen-digitalem-mainstream-und-dark-social/

7. Türchen: Toca Life: World

Der schwedische Videospielentwickler Toca Boca hat bereits zahlreiche Rollenspiel-Apps für Kinder auf den Markt gebracht – von Bauernhof über Friseursalon bis Zug. Mit den bunten Figuren, der fantasievolle Gestaltung und den kreativen Spielmöglichkeiten sind die Apps bei Groß und Klein beliebt. Mit Toca Life: World sind nun alle Spielwelten in einer App vereint. Eine begrenzte Anzahl von Spielfiguren kann kostenfrei erstellt werden, In-App-Käufe umfassen weitere Figuren, Orte, Haustiere und Aktivitäten. Neben der Gestaltung der Spielumgebung liegt der Reiz im Entwickeln von eigenen Geschichten. Auf YouTube finden sich zahlreiche selbst gestaltete Toca-Life-Geschichten, in denen junge YouTuber*innen Häuser einrichten, campen gehen oder Liebesgeschichten spielen. Mehr Informationen unter: https://webhelm.de/toca-boca/

8. Türchen: Online-Gesellschaftsspiele

Wer errät meine Zeichnung? Wer hat das meiste Würfelglück? Und wer kennt einen Fluss mit V? Was sich nach analogen Spielen anhört, geht auch digital: seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich Online-Gesellschaftsspiele als beliebte Freizeitbeschäftigung etabliert. Mithilfe einer Videokonferenz verbunden zu sein und dabei UNO, Codenames oder Vier gewinnt zu spielen, macht Spaß überbrückt räumliche Distanzen und schafft Verbindung zum Freundeskreis, Jugendtreff oder zur Familie. Aber auch gegen zufällig ausgewählte Spieler*innen aus der ganzen Welt anzutreten, kann eine schöne Herausforderung sein. Zudem sind neue Formen analoger Spiele entstanden, wie zum Beispiel Garticphone, einer Mischung aus Montagsmaler und Flüsterpost. Mehr Informationen unter: https://webhelm.de/gesellschaftsspiele-online-spielen/

9. Türchen: Face-Filter

Volle Lippen, markante Wangenknochen, große Augen und eine makellose Haut – solche „perfekten“ Gesichter begegnen uns tagtäglich in Werbung und Social Media. Dahinter stecken oft Face-Filter, mit denen Gesichter einem Schönheitsideal angepasst werden. Besonders bei Jugendlichen können solche Fake-Fotos zu einem verzerrten Körperbild beitragen. In Norwegen müssen deshalb ab Sommer 2022 retuschierte Werbebilder mit einem Logo als solche gekennzeichnet werden. Damit möchte die Regierung „kroppspress“ (norwegisch: Körperdruck) entgegenwirken. In Deutschland gibt es ein solches Gesetz bisher nicht. Jedoch machen einige Influencer*innen selbst auf dieses Phänomen aufmerksam und posten unter #instavsreality unbearbeitete Bilder von sich.

Methode: https://webhelm.de/insta-vs-reality/

Mehr Informationen unter: https://www.deutschlandfunk.de/schoenheitsideale-bei-instagram-und-co-schluss-mit-dem.2907.de.html?dram:article_id=500915

10. Türchen: OnlyFans

Nacktbilder und laszive Videos im Abo – besonders seit der Corona-Pandemie stößt OnlyFans auf wachsendes Interesse und punktet vor allem mit erotischen Inhalten. Creator*innen können auf der sozialen Plattform Content aller Art kostenpflichtig anbieten. Ihre „Fans“ erhalten gegen Abos oder Einmalzahlungen Zugriff auf Fotos, Videos oder Live-Streams. Das Angebot ist werbefrei, Posts unterliegen keiner Zensur. Auf OnlyFans finden sich zu einem Großteil erotische und pornographische Inhalte. Reizvoll für User*innen ist zudem der persönliche Chat-Kontakt zu den Anbieter*innen. Die Altersbeschränkung von 18 Jahren können Jugendliche leicht umgehen, der Zugriff auf eine Zahlungsmethode reicht. Mehr Informationen unter: https://webhelm.de/onlyfans/

11. Türchen: #weee-Trend

Hinter dem Hashtag #weee verbirgt sich ein TikTok-Trend mit eingängigem Sound.Man nehme ein stolperndes Hündchen in der Küche, ungelenke Bauchplatscher im Schwimmbad, eine Katze mit Tüte auf dem Kopf und kombiniere alles zu einem kurzen Clip. Frau unterlege die Clips mit flottem Rhythmus und – genau an der richtigen Stelle – mit dem quietschigen Sound „weee“. Fertig ist der TikTok-Trend, unter dem bereits Millionen Videos voller Missgeschicke von Mensch und Tier zu finden sind. Mehr Informationen unter:  https://www.tiktok.com/tag/wee?lang=de DE&is_copy_url=1&is_from_webapp=v1

12. Türchen: Speedrun

Ich spring von Level zu Level zu Level!“ Ein Videospiel so schnell wie möglich durchzuspielen, darum geht es bei einem Speedrun. Einen Finger fest auf den Vorwärts-Button drücken, Hindernissen ausweichen, Abschnitte überspringen und Programmierfehler (engl. Glitches) ausnutzen – es gibt unterschiedliche Regeln, welche Tricks verwendet werden dürfen, um ein Spiel in Rekordzeit zu beenden. Nicht nur Jump ’n‘ Run-Spiele, auch Ego-Shooter oder Adventure-Games eignen sich dafür. Der Reiz von Speedruns ist es, ein Game aus einer anderen Perspektive zu erleben, alternative Lösungswege zu finden und sich mit anderen zu messen. Viele Gamer*innen teilen Mitschnitte ihrer Speedruns online oder laden ihre Community zu Livestreams ein. Mehr Informationen unter: https://www.spieleratgeber-nrw.de/site.6191.de.1.html

13. Türchen: what3words

Ein Unfall in den Bergen, eine Ausstellung auf einem Fabrikgelände, ein Picknick am Strand – es gibt viele Situationen, in denen wir eine eindeutige Ortsbestimmung gut gebrauchen könnten. Allerdings ist nicht immer eine Straße oder Hausnummer verfügbar oder nicht präzise genug. Mit der kostenfreien App what3words sind genaue Ortsangaben auf der ganzen Welt möglich, ohne lange Ziffernfolgen verwenden zu müssen. Der Dienst hat die Welt in ein Raster aus 3 x 3 Meter-Quadraten eingeteilt. Jedem Quadrat ist eine Dreiwortadresse aus drei zufälligen Wörtern zugewiesen. So heißt „Treffen wir uns praktikum.liefert.küssen“ den Fotospot in der Reichstagskuppel in Berlin. Kritisiert wird die Patentierung der Technologie und die Etablierung eines geschlossenen Systems für Ortsangaben. Mehr Informationen unter: https://what3words.com/de

14. Türchen: Gefälschte Tierrettungsvideos

Ein Kätzchen wird von einer Schlange bedrängt, ein Welpe droht zu ertrinken, doch im letzten Moment erscheint eine Person und greift rettend ein.Tierrettungsvideos generieren auf YouTube hohe Klickzahlen. Was spektakulär aussieht, muss jedoch nicht echt sein. Tierschutzorganisationen warnen, dass in vielen der inszenierten Clips Tiere absichtlich verletzt oder in lebensbedrohliche Situationen gebracht werden.Über Klickzahlen, Werbung oder Spendenaufrufe verdienen die Kanalbetreibenden mit den Fake-Videos Geld. Kinder und Jugendliche können Schwierigkeiten haben, sie richtig einzuschätzen und sich von den Inhalten überfordert fühlen. YouTube verbietet seit diesem Jahr explizit gefälschte Rettungsvideos, tut sich bisher jedoch schwer, mit Löschungen und anderen Maßnahmen wirkungsvoll dagegen vorzugehen. Mehr Informationen unter: https://www.mimikama.at/aktuelles/fake-tierrettungsvideos-youtube/

15. Türchen: Virtuelles Influencing

Zu schön, um echt zu sein? Virtuelle Influencer*innen (VI) sind Avatare und entstehen mittels Grafiksoftware am Computer. In Social Media agieren sie wie ihre Kolleg*innen aus Fleisch und Blut: Sie betreiben eigene Kanäle, erzählen aus ihrem Leben, machen Werbung für Produkte und treten sogar live auf. Unter den beliebtesten VI sind digitale Menschen wie @lilmequela oder @knoxfrost und Figuren wie @barbie oder @bee_nfluencer. Obwohl klar ist, dass es sich um computergenerierte Persönlichkeiten handelt, verfügen VI über großes Identifikationspotenzial. Sie werden zielgruppengenau entwickelt und haben eine Vielzahl an Follower*innen. VI sind ein Beispiel dafür, wie die Grenzen zwischen analoger und digitaler Welt verschwimmen. Mehr Informationen unter: https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/technologie/virtuelle-influencer/

Liste der 15 bekanntesten virtuellen Influencer*innen: https://influencermarketinghub.com/virtual-influencers/

16. Türchen: Valorant

Seit Jahrzehnten gehören Shooter zu den beliebtesten Computerspielgenres bei jugendlichen Gamer*innen. Sie erfordern taktisches Geschick und reaktionsschnelles Handeln. Mit Valorant brachte der Videospielentwickler Riot Games 2020 seinen ersten Ego-Shooter auf den Markt. In dem Online-Multiplayer treten auf verschiedenen Umgebungs-Karten zwei Teams zu je fünf Agent*innen gegeneinander an. Jede Figur zeichnet sich durch unterschiedliche Fähigkeiten und Waffen aus, die unter Einsatz von Teamwork und Strategie bei folgender Aufgabe zur Geltung kommen: Ein Team platziert einen sogenannten Spike und verteidigt ihn, bis er detoniert. Währenddessen versucht das andere Team, dies zu verhindern. Valorant wurde von der USK ab 16 Jahren freigegeben. Einblick und pädagogische Beurteilung des Spieleratgebers NRW: https://youtu.be/UQHAdmaVxvE

17. Türchen: Incels

Sie haben weder Sex noch eine romantische Beziehung, hassen Frauen und rufen online zu Gewalt & Vergewaltigung auf: Incels gehören zu den gefährlichsten Communitys des Internets. Als Incels („involuntary celibates“) bezeichnen sich heterosexuelle Männer, die unfreiwillig sexuell abstinent leben. Ihre sexuelle Erfolglosigkeit begründen sie mit ihrem vom männlichen Idealbild abweichenden Aussehen. Diese Andersartigkeit bestätigen sie sich häufig gegenseitig – durch Beleidigungen in Foren. Die zwei größten Feindbilder der Online-Subkultur sind gutaussehende, sexuell aktive „Chad“-Männer und attraktive, selbstbestimmte „Stacy“-Frauen. Diese Internet-Bewegung radikalisiert sich die zunehmend. Einzelne User setzen ihre extremen Gedanken in die Tat um und verrichten Terrorakte. Auch Jugendliche können über beliebte Formate wie Memes und Foren Zugang zur Szene finden. Mehr Informationen unter: https://www.deutschlandfunkkultur.de/incel-community-wie-weit-der-hass-gegen-frauen-geht.976.de.html?dram:article_id=493749

18. Türchen: Watchparty

Ein Filmabend mit Freund*innen trotz verschiedener Wohnorte oder Kontaktbeschränkungen? Bei Watchpartys treffen sich Menschen online, um gleichzeitig denselben Film oder die gleiche Serie zu schauen, zu pausieren, vor- oder zurückzuspulen und sich per (Video-)Chat live darüber auszutauschen. Kommerzielle Streamingdienste wie Amazon Prime bieten diesen Service als integrierte Funktion an. Kostenfreie Browsererweiterungen, zum Beispiel StreamParty, unterstützen eine größere Auswahl an Videoangeboten von Netflix bis YouTube. Watchpartys können auch mit nicht persönlich bekannten Menschen veranstaltet werden: Auf Twitch schauen Creator*innen mit Fans gemeinsam Filme an, zeigen im Videobild ihre Reaktionen darauf und lassen sich mitunter auch monetär von ihren Follower*innen unterstützen. Mehr Informationen unter:  https://www.heise.de/tipps-tricks/Watch-Party-veranstalten-mit-diesen-4-Plattformen-geht-s-6028073.html

19. Türchen: Alterskennzeichnungen

Was die FSK für Filme ist, ist die USK für Videospiele: Die Abkürzungen stehen für freiwillige Selbstkontrolle und Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. Beide vergeben Alterskennzeichen für Trägermedien (z. B. CD, DVD). Die Alterskennzeichen sind keine pädagogischen Empfehlungen. Eltern und päd. Fachkräfte können sich daran orientieren und müssen dabei den individuellen Entwicklungsstand der jungen Menschen einbeziehen. Online-Serien, -Games und Apps derzeit noch keine einheitliche Kennzeichnung, weil es bisher keine gesetzliche Verpflichtung gab – das soll sich mit dem neuen Jugendschutzgesetz aber ändern. Mehr Informationen unter: https://www.kompass-social.media/artikel/alterskennzeichen-wer-entscheidet-was-du-spielen-darfst

  Pädagogische Einschätzungen zu Bewegtbildern: https://www.flimmo.de/ und zu Games   https://www.spieleratgeber-nrw.de/

20. Türchen: Prank

Was die „Versteckte Kamera“ im Fernsehen ist, sind Prank-Videos auf YouTube – nur oftmals um ein Vielfaches bösartiger. Unter dem Stichwort „Prank“ (engl. Streich) finden sich auf der Videoplattform Millionen von Clips, in denen Menschen provoziert, hereingelegt oder veralbert werden. Sie machen vermeintlich mit der Freundin Schluss, erschrecken Passant*innen mit Horror-Clown-Masken und täuschen sogar Entführungen oder tödliche Unfälle vor. Ziel ist es, eine emotionale Reaktion des Opfers hervorzurufen, zu filmen und ins Netz zu stellen. Ein Video endet oft mit der Auflösung der Situation: „It’s just a prank!“. Ethisch und rechtlich sind Pranks dann bedenklich, wenn die Urheber*innen („Prankster“) ihren Opfern z. B. emotional oder körperlich schaden oder gar Rechtsverletzungen begehen. Mehr Informationen unter: https://www.gutes-aufwachsen-mit-medien.de/informieren/themen/news-detail/detail/von-lustig-bis-riskant-pranks-scherze-im-netz

21. Türchen: Podcast

Ein Podcast ist eine Serie digitaler Audioaufzeichnungen, die jederzeit online abrufbar ist. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern „pod“ (von Apples iPod) und „broadcast“ (Sendung) zusammen. Nicht nur bei Erwachsenen, auch bei Kindern und Jugendlichen erfreut sich dieses Medienformat immer größerer Beliebtheit. Ob lustig oder informativ, gruselig oder entspannend – das Angebot ist groß und reicht von Interviews bis zu Wissenssendungen. Podcasts werden von großen Mediendiensten ebenso produziert wie von Privatpersonen und Personen des öffentlichen Lebens. So finden sich immer mehr Hörangebote von Social-Media-Stars, die über YouTube, Instagram und Co. mit ihren Follower*innen in Kontakt bleiben und Fragen für ihre Podcasts sammeln. Mehr Informationen unter:

22. Türchen: Follow Me Around (FMA)

„Hast du schon ihr neues FMA gesehen?“ Wer so fragt, meint das Videoformat Follow Me Around. In FMAs nehmen Influencer*innen die Kamera mit in ihren Alltag. Sie zeigen ihre Wohnungen oder Hotels, nehmen ihre Follower*innen mit auf Shoppingtour und Events, ins Restaurant oder zum Sport – oft inklusive Produktplatzierungen. Ein FMA besteht aus aneinandergereihten Szenen, unterlegt mit stimmungsvoller Musik, wodurch sich ein unterhaltsamer Soap-Charakter ergeben kann. Durch den Einblick in ihr privates Leben wirken Social-Media-Stars nahbarer und festigen die Beziehung zu ihrer Community. Schwierig wird es, wenn allzu tiefe Einblicke in die Privatsphäre gewährt werden. Besonders kritisch ist dies bei Minderjährigen wie Kidfluencer*innen. Mehr Informationen unter: https://youtube.fandom.com/de/wiki/Follow_me_around

23. Türchen: Netzjargon

ngl, cringe, purge-watching, l8r – Menschen, denen das nichts sagt, bewegen sich außerhalb von bestimmten Online-Communitys. Denn der Netzjargon ist abhängig davon, wo sich Menschen im Internet bewegen und welcher Trend gerade angesagt ist. Es gibt Abkürzungen wie IBF (Internet Best Friend), Emotionen wie sksksk (lachen in der vsco-Community), Gaming-Begriffe wie messern (mit Nahkampfwaffe töten), Beleidigungen wie soy boy (Soja-Junge bei Incels) oder Verben wie flexen (angeben). Viele Wörter stammen aus dem Englischen und sind Teil der Jugendsprache: Pic-me boy wird ein Junge genannt, der durch Mitleid die Aufmerksamkeit von Mädchen erreichen möchte. Einiges aus dem Netzjargon spiegelt sich auch in Hashtags wider, wie #potd (picture of the day). Ausführliche Liste: https://www.netzwelt.de/abkuerzung/index.html

Adventskalender aus dem Vorjahr

Die Türchen aus dem Vorjahr können hier auf unserer Webseite nachgelesen werden.

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