Warum es Mädchen*MedienArbeit braucht

Ein Artikel von Fleur Vogel

Wer ist eigentlich NORMA?

Was ist eigentlich ein Mädchen*/eine Frau*? Oder noch besser gefragt, was und wie soll ein Mädchen* sein? Oh je, denkt Ihr: Da fängt die Autorin jetzt echt bei Eva an um dann irgendwann bei DaggyBee, Billie Eilish & Co zu landen… Gähn! Sorry Leute, aber da müsst Ihr durch. Die Frage ist nämlich gar nicht so leicht zu beantworten.

Ganz früh in unserer Sozialisierung taucht sie schon auf: NORMA.

NORMA ist heterosexuell, weiß*, nicht zu groß, nicht zu klein, schlank und sportlich aber nicht zu muskulös, hat „Rundungen an den richtigen Stellen“ und perfekte Haut. Sie ist intelligent aber nicht besserwisserisch, beliebt aber nicht zu angepasst, sie lacht gerne, ist aber selbst überhaupt nicht funny. Diese und viele weitere Widersprüche bringt dieses Video mit Cynthia Nixon auf den Punkt, das Anfang 2020 viral ging (Bitte unbedingt anschauen):

Natürlich kann man an dieser Collage kritisieren, dass hier in erster Linie Frauen* abgebildet werden, die ebendiesen Normen entsprechen, womit die angeprangerten Stereotype reproduziert werden. Aber irgendwann wird Frau bewusst:

NORMA ist überall und sie hat Macht über uns.

Ein männlicher Pfau mit buntem Federkleid.

Jedes Mädchen*/jede Frau* ist in ihrem Leben schonmal NORMA begegnet. Sie ist immer da, wenn Du in den Spiegel schaust, in der Sportumkleide, beim Bummel durch die Stadt, in der Schule und im Verein. Aus Kinderbüchern, Filmen, Serien und Instagram-Bildern lächelt sie Dich an. Oft gibt sie ungefragt „gut gemeinte Ratschläge“ und will „nur Dein Bestes“.

Die Auswirkungen von NORMA

Die Frage woher NORMA kommt, wer sie erschaffen hat und aus welchen Gründen sie auch im 21. Jahrhundert noch nicht in Rente gehen wird, kann im Rahmen dieses Blogbeitrags nicht beantwortet werden.

Eines aber ist klar: NORMA hat Auswirkungen auf das Selbstbild und die Entwicklung eines jeden Mädchens* und einer jeder jungen Frau*. Der enorme Erwartungsdruck von außen und das innere Bedürfnis dazuzugehören, führen dazu, dass sie versuchen, sich anzupassen und das geht immer auch auf Kosten der Selbstakzeptanz und der eigenen Potentialentfaltung. Hinzu kommt: NORMA ist nicht normal! Sie ist ein absolut gesetztes und fremddefiniertes IDEAL.

NORMA führt also zwangsläufig zu einem Selbstbild, nicht zu genügen. Und auch andere Mädchen* und (junge) Frauen* werden mit ihr verglichen und  dahingehend bewertet, wie nah sie an NORMA herankommen.

Angebote in der Jugendarbeit

Die Frage lautet also: Wie können wir Mädchen* und junge Frauen* im Rahmen von medien- und kulturpädagogischen Angeboten dabei unterstützen,

Dies bildet die Grundlage (nicht nur) für die selbstbestimmte Teilhabe an einer von Digitalisierung geprägten Gesellschaft, sondern auch für mehr Selbstannahme und ein glücklicheres Leben.

Soweit so theoretisch! Aber wie sieht gute Mädchen*MedienArbeit eigentlich aus?

Die eigene Haltung reflektieren

Haltung ist ein super Stichwort! Denn auch wir, als pädagogische Fachkräfte, wurden nicht im luftleeren Raum sozialisiert und geben bewusst und unbewusst die von uns verinnerlichten Normvorstellungen und Vorurteile weiter. Noch vor der Planung eines Projekts mit Mädchen* und jungen Frauen* ist es wichtig, die eigene Haltung selbstkritisch zu reflektieren. Die Alltäglichkeit und Normalität von Sexismen (insbesondere auch in Verbindung mit einem zugeschriebenen Migrations- und/oder Bildungshintergrund) abseits offenkundiger Beleidigungen und gewaltsamer Übergriffe bleibt in der Mehrheitsgesellschaft meist unsichtbar. Wo verorte ich mich in diesem gesellschaftlichen System? Befinde ich mich in einer privilegierten Position oder bin ich selbst betroffen?

Sich mit den Lebenswelten von Mädchen* und jungen Frauen* auseinandersetzen

In einer von Digitalisierung geprägten Welt mit uneingeschränktem Zugang zu Medieninhalten aufzuwachsen, ist vor allem eins: anstrengend und unübersichtlich. Das mediale Handeln von Mädchen* und jungen Frauen* wird von kommerziellen Interessen, Konzernen und Plattformen sowie den Gesetzmäßigkeiten der Aufmerksamkeitsökonomie beeinflusst. Hinzu kommt, dass der Schutz- und Experimentierraum „Kindheit“/“Jugend“, wie ihn vergangene Generationen kennen, so nicht mehr existiert.

Frei nach dem Motto „Ich poste, also bin ich.“ werden Fragen wie „Wer bin ich? Wie sehen mich andere?“ in der digitalen Öffentlichkeit verhandelt. Diese Realität bietet sowohl neue Möglichkeiten der Persönlichkeitsentfaltung und des Selbstausdrucks, sind zugleich aber auch von diversen Risiken begleitet: Cybermobbing/-grooming, sexuelle Belästigung, Nötigung, pornografische Inhalte anzuschauen bzw. hochzuladen und zu teilen, Verletzung von Persönlichkeitsrechten und Erpressung. Um nur einige zu nennen.

Die Büchse der Pandora lässt sich nicht wieder schließen. Die offenen Räume der Jugendhilfe zu „handyfreien Zonen“ zu erklären, ist jedenfalls keine Lösung. In diesem Spannungsfeld aufzuwachsen, bedeutet für Mädchen* und junge Frauen*,

und das in jeder Beziehung und manchmal kreuz und quer.

Im besten Fall können Einrichtungen und Fachkräfte der Jugendhilfe verlässliche Partner*innen und Vertrauenspersonen sein und Mädchen* und junge Frauen* bei ihrer eigenen Persönlichkeitsentwicklung und beim Finden ihres Weges unterstützen. Hierfür braucht es auch zeitgemäße medienpädagogische Angebote, die auf die Interessen, Wünsche und Bedürfnisse von Mädchen* und jungen Frauen* eingehen. Und vielleicht kommt Frau zu dem Schluss: NORMA kann mich mal!

Beispiel aus der Praxis

Ich kann in meiner Kunst verschwinden [https://lag-km.de/projekte/details/ich-kann-in-meiner-kunst-verschwinden-209] – ausgezeichnet mit dem Dieter Baacke Preis 2019 [https://dieter-baacke-preis.de/ich-kann-in-meiner-kunst-verschwinden/]

Wie viele kunstschaffende Frauen* fallen dir spontan ein? Öh...

In Kunstunterricht, Museen, Galerien und in der öffentlichen Wahrnehmung sind Frauen* immer noch unterrepräsentiert und weniger bekannt als ihre männlichen* Kollegen.

Sich in die Werke und Techniken von internationalen Künstlerinnen zu vertiefen und vor allem selber künstlerisch fotografisch tätig zu werden, war das grundlegende Ziel des Projekts. Hierbei wurden gezielt Frauen* und ihre Kunstwerke, Arbeitsweisen und Lebensentwürfe vorgestellt, um den Mädchen* Anregungen zu geben für die eigenen ganz persönlichen selbstbestimmten Lebensentwürfe. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung spielten Teambuilding, das Recht am eigenen Bild, Empowerment und Gleichberechtigung zwischen den Mädchen* eine wichtige Rolle. In wöchentlichen Workshops lernten die Mädchen mit und ohne Fluchterfahrung internationale Künstlerinnen kennen, die sich u.a. mit Fotografie beschäftigt haben. Die Werke und das Leben von Aino Kannisto, Sibylle Bergemann und Hanna Höch wurden hierbei unter die Lupe genommen. Jeder Workshoptag bestand aus einem kleinen Theorieteil, anschließend wurden die Mädchen angeregt, im Stil der vorgestellten Künstlerin selbst tätig zu werden. Es entstanden Inszenierungen, Polaroids, Collagen und Fotostories.
Ein Ausstellungsbesuch in der „Galerie m“ in Bochum gehörte ebenfalls zu dem Projekt. Für viele Mädchen war dies der erste Besuch in einem Museum.
Am Ende des Projektes wurde gemeinsam eine Ausstellung kuratiert, die mehrere Wochen in der Stadtbücherei Gladbeck gezeigt wurde. Somit haben die Werke der Mädchen einen sehr wertschätzenden Raum in der Öffentlichkeit erhalten. Dabei waren die Mädchen auch am Prozess der Auswahl, Präsentation und Abfolge die Bilder in der Ausstellung intensiv eingebunden.


Projektdaten

Leitende Referentin: Iris Wolf
Pädagogische Begleitung: Lina Matzoll
Teilnehmer*innenstruktur: 12 Mädchen* zwischen 10 und 13 Jahren
Projektzeitraum: November 2018 bis Februar 2019
Ort: Gladbeck (NRW)
Das Projekt fand statt in Kooperation mit dem Internationalen Mädchenzentrum Gladbeck e.V. statt. Ermöglicht wurde das Projekt durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein Westfalen.

Das Projekt wurde 2019 mit dem bundesweiten Dieter Baacke Preis der GMK ausgezeichnet.
https://dieter-baacke-preis.de/


Weiterführendes Material

Katharina Debus: Und die Mädchen? Modernisierungen von Weiblichkeitsanforderungen: https://jus.dissens.de/fileadmin/JuS/Redaktion/Dokumente/Buch/Debus%20-%20Und%20die%20m%C3%A4dchen.pdf

Folgendes Video der Medien_Weiter_Bildung geht auf die Geschlechterrollen ab der industriellen Revolution ein:


Zur Autorin

Fleur Vogel ist geschäftsführende Bildungsreferentin bei der Landesarbeitsgemeinschaft Kunst und Medien NRW e.V. (LAG KM)

https://lag-km.de/

Dein Stimmenschauspiel

Das Projekt in einem Satz

In dem Projekt erstellen die Teilnehmer*innen gemeinsam ein Voice-Over aus der Sicht der Figuren im Kurzfilm „Impasse“, der ohne Dialog und Worte die Begegnung zwischen zwei Menschen und die Folgen von Rassismus bzw. rassistischer Gesinnung thematisiert.

Ein Studiomikrofon.

Ziele

Zielgruppe und Beteiligte

Projektablauf und Projektdauer

Präsentation der Projektergebnisse in einer offenen Kinder- und Jugendeinrichtung.

Projektrahmen

Das Projekt fand in der offenen Kinder- und Jugendeinrichtung Stoppenberg (Jugendhilfe Essen) statt.

Eingesetzte Medien

Herausforderungen und/oder Punktlandungen

Aufgrund der aktuellen Einschränkungen (COVID-19-Pandemie) musste das Projekt online durchgeführt werden. Das erschwerte die Einarbeitung in die Videosoftware iMovie. Bei dem ersten gemeinsamen Treffen war die Motivation und Begeisterung der Teilnehmer*innen nicht so groß. Nach Änderung der Aufgaben und der Beschäftigung mit iMovie hat sich die Stimmung geändert.

Tipps und Tricks

Während der Projektvorbereitung haben wir uns Gedanken über weitere mögliche Bearbeitungsformen der Aufgaben gemacht, die uns die Projektdurchführung erleichtert haben. Die Ausgangsidee des Projektes (ausgewählte Filmszenen umschreiben, nachdrehen und bearbeiten) wurde geändert, weil die Teilnehmer*innen nicht vor die Kamera wollten. Die Jugendlichen haben sich dafür mit einem der gezeigten Kurzfilme beschäftigt und diesen mit einem Voice-over unterlegt. Der geplante Dreh konnte nicht realisiert werden, aber dafür konnten sich die Teilnehmer*innen mit dem ausgewählten Film und dem Videoschnittprogramm intensiv auseinandersetzen. Eine gemeinsame Besprechung und Anpassung der Bearbeitungsformen änderte nochmal die Dynamik in der Zusammenarbeit und Motivation der Teilnehmer*innen.

Feedback

Insbesondere während der Erstellung der Voice-over Aufnahmen und der Proben der Monologe hatten die Jugendlichen viel Spaß.

Ausblick

Geplant ist die Durchführung des Film-Workshops mit weiteren Kleingruppen im Kinder- und Jugendtreff Stoppenberg.

Links und Material


Autorin: Hayriye Kapusuz, Medienwissenschaftlerin; Arbeitsschwerpunkte: Film und Migration, Filmrezeptionsforschung; Projektberaterin: Tekmile Erdogan (Dipl.- Sozialarbeiterin)

Ein Projekt von: Hayriye Kapusuz – Medien_Weiter_Bildung #teilhabe 2020

Filmprojekt: Komm, ich zeig dir unseren Hort / Der Corona-Film

Das Projekt in einem Satz

Idee: Die Kinder dürfen einen Film über den Hort drehen, damit neue Schüler*innen und Mitarbeiter*innen diesen zur Orientierung nutzen können.

Ziele

Zielgruppe und Beteiligte

Projektablauf und Projektdauer

ProjektschritteWer entscheidet? MethodeWer soll beteiligt werden & welches Entscheidungsverfahren
1. ProjektvorstellungFachkraftInfotafel im Eingangsbereich mit einer Ausschreibung & einer AnmeldeseiteAlle Kinder werden so informiert
2. Welcher Inhalt kommt in den Film?Kinder (Fachkraft kann Vorschläge machen)Kinderkonferenz (Brainstorming mit anschließender Wahl)Alle Kinder, die sich eingetragen haben um mitzumachen.
3-Punkte Methode
3. KostenFachkraft
4. MaterialKinder & FachkräfteKinderkonferenzAbfrage mit Strichmethode
5. Orte einteilenKinderKinder entscheiden, welche Orte/Räume im Hort & der Schule wichtig sindGremium/Absprache
6. Drehbuch schreibenKinder & FachkräfteIdeen aufschreiben & besprechenAlle Kinder dürfen sich beteiligen. Abstimmung: 3-Punkte Methode
7. AufgabenverteilungKinderIm Internet wird nachgeforscht, welche Berufsgruppen benötigt werden & die Kinder können sich aussuchen, was sie gerne sein möchten.Alle Kinder
8. Recherche KinderDie „Berufe“ treffen sich in Kleingruppen um sich über ihren Beruf & Aufgaben zu informieren. Gremien
9. Film drehenKinder & Fachkräfte VideokameraKamerafrau/-mann
10. VideoschnittKinder & Fachkräfte Mit einem SchneideprogrammCutter*innen
11. Vorstellung des fertigen FilmesKinderBeamer – Aula der SchuleAlle Kinder

Projektrahmen

Das Projekt fand im Hort statt. Durch die verschiedenen Präsenztage der Kinder fanden die pädagogischen Angebote an zwei unterschiedlichen Tagen in der Woche statt.

Fotos der Kinder bei der Projektarbeit.

Eingesetzte Medien

Herausforderungen und/oder Punktlandungen

Ergebnisse der Kinderkonferenz zu den Themen: Was für Filme gibt es? und Was kommt in unseren Film?

Tipps und Tricks

Ich war froh, eine Risikoanalyse im Vorhinein zu erstellen, sodass ich gedanklich schonmal auf Eventualitäten vorbereitet war. Je länger das Projekt dauert, desto besser ist es, sich immer wieder Meilensteine zu setzen und alle Teilnehmer*innen durch Gesprächsrunden auf den aktuellen Stand zu bringen. Bei der Nachbereitung ist es wichtig, alle Teilnehmer*innen und Kollegen*innen nach ihrem Gefühlsstand und ihrer Sichtweise zu befragen (Was lief gut? Was schlecht? Wie hast du dich dabei gefühlt?), um es beim nächsten Mal evtl. anders zu gestalten.

Feedback

Die Kinder hatten wahnsinnig viel Spaß und haben sich über die Spontaneität gefreut. Die Filmpräsentation wird im Frühjahr 2021 stattfinden, wenn ich einen Termin mit dem Hort zum Schneiden ausgemacht habe, da ich seit dem 01.01.2021 nicht mehr dort arbeite. Die Ziele wurden erreicht: Umgang mit Hardware - Mitbestimmung - Wissen der Produktionsabläufe - Selbstständigkeitim Handeln - Förderung von Recherchekompetenz - Gleichberechtigung.

Ausblick

Wir hatten so viel Spaß bei diesem Projekt, dass wir 2020 noch neue Camcorder und Kameras gekauft haben, damit die Kollegen*innen weiter mit den Kindern medienpädagogische Angebote machen können. Des Weiteren wurde im Herbst 2020 von der Stiftung Medienpädagogik Bayern die Ordner für den Medien-Führerschein bestellt.

Links und Material


Autorin : Dieser Film wurde von den Schülerinnen und Schülern des AWO Hort Stockdorf mit der Unterstützung von Vanessa Herrmann, Einrichtungsleitungund Fachwirtin fürKita- & Hortmanagement, produziert.

Ein Projekt von: Vanessa Herrmann – Medien_Weiter_Bildung #gender 2020

LandesheimRatschläge als Clip

Portraits von verschiedenen Jugendlichen.

Das Projekt in einem Satz

Es ging darum, bereits erarbeitete „LandesheimRatschläge“, das sind Antworten auf Fragen junger Menschen aus den stationären Erziehungshilfen an den Landesheimrat Bayern, als Clip aufzubereiten.

Ziele

Ziel war es, dass die Teilnehmenden ein Tool zur Erstellung von Clips sowie die zur Durchführung notwendige Konferenzsoftware kennen lernen. Neben diesem technischen Aspekt stand bei der Erstellung die Erfahrung um die Wirkung von Bildern im Fokus. Die Clips selbst sollen es erleichtern, sich mit den besprochenen Themen auseinanderzusetzen und dies für eine breitere Zielgruppe zu ermöglichen, als es mit ausschließlich verschriftlichten Beiträgen der Fall ist.

Zielgruppe und Beteiligte

Zielgruppe für die Durchführung des Projekts waren die Mitglieder und Berater*innen des Landesheimrats Bayern. Die Teilnahme an der Arbeitsgruppe war freiwillig. Die AG umfasste dann zwei 17-Jährige junge Frauen, sowie einen Berater. Die Gruppengröße hat sich für die rein digitale Umsetzung als ideal erwiesen. Zielgruppe für das Projektergebnis sind junge Menschen und Fachkräfte in der stationären Kinder- und Jugendhilfe in Bayern.

Projektablauf und Projektdauer

Das Projekt war aufgebaut auf bereits mit den jungen Menschen erarbeiteten "LandesheimRatschläge", die auf derHomepage des LHR Bayern veröffentlicht sind. Die Idee einer filmischen Umsetzung dieser Rubrik wurde von den jungen Menschen während der Erstellung dieser Rubrik letzten Jahres angeregt. Im Rahmen einer (Online-)Klausurtagung wurde die Idee wieder aufgegriffen und der LHR entschied dazu eine Arbeitsgruppe mit interessierten Teilnehmenden zu bilden. Mit Hilfe eines Umfragetools wurde zunächst die Arbeitsgruppe gebildet und anschließend ein Termin für die Umsetzung festgelegt. Weitere Termine waren optional möglich. Die Erstellung des Clips selbst fand an einem Nachmittag statt und dauerte 2,5 Stunden.

Projektrahmen

Es handelte sich um ein Projekt im Rahmen der Arbeit des Landesheimrats Bayern. Das ist ein gewähltes Gremium, bestehend aus zwölf jungen Menschen aus der stationären Kinder- und Jugendhilfe, das sich für die Anliegen junger Menschen und gelebte Partizipation in Wohngruppen einsetzt. Der zeitliche Rahmen richtete sich flexibel nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden.

Eingesetzte Medien

Die Teilnehmenden nutzten ihre eigenen Geräte, hauptsächlich Laptops, aber auch Smartphones. Es fand im gesamten Projektzeitraum kein Präsenztreffen statt. Genutzt wurde das Konferenztool BigBlueButton, dudle zu Arbeitsgruppen- und Terminfindung und mysimpleshow für die Erstellung des Clips, sowie E-Mail für den Kontakt zwischendurch.

Herausforderungund ungeplante Erweiterung

Die ursprüngliche Projektidee musste aufgrund der bestehenden Kontaktbeschränkungen vorerst zurückgestellt und ein neues Projekt etabliert werden. Eine Herausforderung war die ausschließlich digitale Arbeit ganz ohne Präsenzeinheiten. Alle Teilnehmenden waren von verschiedenen Orten online zugeschaltet und alleine vor dem jeweiligen Endgerät. Der Umgang der Teilnehmenden mit dieser Situation ist beeindruckend. Trotz technischer Herausforderungen ist eine große Bereitschaft zum Ausprobieren unbekannter Techniken vorhanden. Im Rahmen der Umsetzung wurde ungeplant der Komplex „Stereotypen und Vorurteile“ thematisiert. Durch die Bildvorschläge von mysimpleshow aufgrund von Schlagworten wurde eine Diskussion angeregt. So wurde das Schlagwort „Wohngruppe“ z.B. automatisch durch eine schmutzige Küche visualisiert – für die jungen Menschen keine adäquate Auswahl.

Ein Laptop auf dem ein Online-Meeting läuft.

Tipps und Tricks

Feedback

Bislang hatte keine*r der Teilnehmenden Erfahrung mit der Erstellung solcher Clips. Die kleine Gruppe wurde als positiv bewertet, da genug Ideen zur Auswahl vorhanden waren, aber auch zielführend Entscheidungen getroffen und Kompromisse gefunden werden konnten. Das professionelle Erscheinungsbild des Clips fand großen Anklang. Die Teilnehmenden würden eine Mischung der digitalen Angebote mit Präsenzterminen begrüßen. Dann könnte z. B. der Text gemeinsam eingesprochen werden.

Ausblick

Die jungen Menschen haben die Möglichkeit, den Clip noch selbst einzusprechen. Nach aktuellem Stand soll dazu ein Präsenztreffen abgewartet werden – vielleicht wagt noch jemand den Versuch es auszuprobieren! Der Clip wird in der nächsten Videokonferenz mit allen Landesheimrätinnen und Landesheimräten vorgestellt und dann besteht natürlich die Möglichkeit diesen noch zu erweitern und weitere „LandesheimRatschläge“ als Clip umzusetzen.

Links und Material

Genutzte Tools: www.bigbluebutton.org|www.dudle.inf.tu-dresden.de| www.mysimpleshow.com

Hier findet man das Ergebnis: www.landesheimrat.bayern.de

In der Rubrik „LandesheimRatschläge“ wurde der Clip bei der entsprechenden Frage/Antwort eingefügt.


Autorin: Franziska Dirscherl, Geschäftsstelle Landesheimrat Bayern

Ein Projekt von Franziska Dirscherl: – Medien_Weiter_Bildung #gender 2020

Meine perfekte Bewerbung

Das Projekt in einem Satz

Die Schüler*innen erstellen ein Erklärvideo, wie ihre perfekte Bewerbung um einen Ausbildungsplatz aussieht. Gleichzeitig halten sie das Projekt mit der Handykamera fest und erstellen ein kurzes Making-of-Video.

Eine Person sitzt an einem Tisch vor einem Laptop.

Ziele

Zielgruppe und Beteiligte

Projektablauf und Projektdauer

Das Projekt fand im Rahmen des Projekt Messestadt Riem (PMR), eine Einrichtung zur Unterstützung von Jugendlicher im Übergang von Schule in Beruf, statt. Aufgrund der Corona Pandemie konnte der Zeitplan nicht eingehalten werden, da sowohl im Frühling als auch im Herbst die Schüler*innen nur einzeln vor Ort sein durften. Trotzdem konnte das Projekt erfolgreich zu Ende geführt werden. Konzipiert waren Treffen in Form eines Workshops; sobald nur noch Einzeltermine möglich waren, wurden diese individuell vereinbart. Insgesamt gab es 15 Termine mit den verschiedenen Schüler*innen oder in der Gruppe, meist ca. 3-4 Std. Projektarbeit.

Nach einer ausführlichen Recherche und Ausarbeitung der Thematik „Meine perfekte Bewerbung“ im Frühjahr 2020, wurde im Sommer und Herbst dann das Video mit spark adobe erstellt. Dieses wurde von den Jugendlichen abwechselnd bearbeitet und immer wieder verändert. Die Schüler*innen haben hierbei fast selbständig gearbeitet – als Projektleiter war ich immer dabei und stand für Rückfragen bereit – habe aber am Inhalt nichts verändert! Unterstützung bot ich bei Fragen zur „einfachen Sprache“ sowie zum Fachlichen und Technischen.

Im Winter 2020 wurde dann das „Making-of-Video“ gemeinsam mit der Gruppe erstellt. Dank eines Hygienekonzeptes konnten alle drei Schüler*innen vor Ort gemeinsam arbeiten. Die Präsentation des spark adobe Videos „Meine perfekte Bewerbung“ sowie des Making-of-Videos ist für den Berufsinformationsabend für das Schuljahr 2021/22 geplant. Die Lehrer*innen der neunten Klassen werden die Videos in den Klassen präsentieren.

Projektrahmen

Das Projekt fand im Rahmen des Projekt Messestadt Riem, eine Einrichtung zur Unterstützung von Jugendlicher im Übergang von Schule in Beruf statt. Es handelt sich dabei um eine niederschwellige Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendhilfe, sowie Jugendberufshilfe, finanziert über Stiftungsgelder.

Eingesetzte Medien

Herausforderungen

Zu Beginn lag die Herausforderung darin, die Jugendlichen zu motivieren, sich auf „sinnstiftende Tätigkeiten“ mit dem Smartphone und Tablet einzulassen. Erst als die Begleitung per Video begann, hatten sie richtig Freude an der Projektarbeit. Die Corona Pandemie war definitiv auch eine Herausforderung, da Termine nicht mehr in der Gruppe stattfinden konnten und das Konzept, gemeinsam an allem zu arbeiten überholt und neuausgerichtet werden musste.

Tipps und Tricks

Wichtig waren ein ruhiges Arbeitsambiente sowie keine Überlastung der Schüler*innen, denn nach ca. drei Std. Projektarbeit war häufig die Konzentration nicht mehr gegeben.

Feedback

Die Schüler*innen sind sehr zufrieden mit ihrem Ergebnis und freuen sich, dass die Videos in den Schulklassen und im nächsten Schuljahr am Berufsorientierungsabend präsentiert werden.

Ausblick

Präsentation der Projektarbeit: Wenn möglich möchten die beteiligten Schüler*innen auch am Berufsorientierungsabend im kommenden Herbst vor Ort sein.

Links


Autor: Benedikt Wingert Diplom-Sozialpädagoge & M.A. Angewandte Forschung in der Sozialen ArbeitCondrobs e.V. & startSTARK gGmbHProjekt Messestadt Riem, Kopenhagenstraße 1181829 München

Ein Projekt von: Benedikt Wingert – Medien_Weiter_Bildung #gender 2020

Eine Heldengeschichte - Genderpädagogik mit Grundschulkindern

Das Projekt in einem Satz

Kinder verschiedener Geschlechterzusammensetzung sollen sich eine Heldengeschichte ausdenken und diese mit Hilfe der App Puppet Pals visualisieren.

Aus kleinen bunten Kugeln wurde das Wort: Hero gelegt.

Ziele

Herauszufinden, ob Kinder von 10 Jahren schon festgelegte stereotype Rollenklischees besitzen. Wie können die Kinderteams ihre Heldengeschichte über die App Puppet Pals am besten visualisieren. Wer kann sich besser durchsetzen - Mädchen oder Jungen. Wer kreiert welche Helden? Ziel ist es, Kinder zu sensibilisieren, dass jeder ein Held sein kann unabhängig seines Geschlechtes oder seiner Herkunft.

Zielgruppe und Beteiligte

Projektablauf und Methoden

Das Projekt wurde in den Sommerferien gestartet. Es dauerte ca. 40 Stunden in drei Wochen.

Ablauf: Kurz vor den Sommerferien hingen im ganzen Haus die Plakate als Einladung zu dem Projekt aus. Viele Kinder wollten gerne mitmachen. Allerdings konnten (Corona bedingt) nur wenige Kinder die Hortbetreuung in den Ferien wahrnehmen. Deshalb war die TN Zahl auf acht gesunken. Die Kinder die aber am Projekt beteiligt waren, waren dies auch mit ganzen Herzen. Wir trafen uns alle im Besprechungsraum. Alle Kinder erfuhren hier gleichzeitig die Aufgabe: "Kreiert mit Hilfe der App Puppet Pals eine Heldengeschichte".

Zuerst sollten sich die Kinder selbst in drei Gruppen einteilen. Eine reine Jungengruppe, eine reine Mädchengruppe und ein gemischtes Team entsteht. Ich wollte sehen, ob es in den verschiedenen Gruppen/Teams unterschiedliche Herangehensweisen und Helden gibt. Dann gingen die Kinder in ihre Teams und hatten sich teilweise zuerst mit dem Thema und einer Geschichte oder teilweise zeitgleich eine Geschichte mit der App eine Heldengeschichte überlegt.

Im Vorgespräch habe ich bewusst nur über die Anwendung der App mit den Kindern gesprochen und nicht über Merkmale von Helden oder gar ihre eigenen Helden abgefragt, um wirklich keine Beeinflussung der Kinder zu provozieren. Erst im Abschluss des Projekts habe ich mit den Kindern darüber gesprochen und diskutiert.

Die einzelenen Teams trafen sich nacheinander mit mir. Ich filmte und lies die Kinder machen. Es war interessant zu hören, wer hier in den jeweiligen Gruppen die Führung übernahm. Zum Abschluss gab es ein Kino. Alle Projektteilnehmer*innen versammelten sich im Besprechungsraum. Wir sahen mit Hilfe des Beamers alle Geschichten nacheinander an.

Und jetzt begann das eigentliche Projekt für mich:

Meine Fragen gingen nicht darum, wer das beste Video gedreht hatte, sondern darum, was macht denn einen guten Helden aus? Kann denn jeder ein Held werden? Was für Voraussetzungen müssen denn gegeben sein, um ein Held zu werden? Kann ich als Kind auch ein Held sein? Was ist ein Held überhaupt?

Als Ergebnis kann ich sagen, dass den Kindern völlig egal war, ob ein Junge oder ein Mädchen ein Held ist. Sowohl in deren Geschichen als auch in der Diskussion im wahren Leben. Die Kinder fanden lediglich die Figuren in der App als solches Hilfebedürftig oder nicht. Im realen Leben ist ein Held, nach der Aussage der Kinder, derjenige der sich für andere einsetzt.

Projektrahmen

Eingesetzte Medien

Herausforderungen und/oder Punktlandungen

Es gab überhaupt keine Schwierigkeiten. Die Kinder waren im Umgang mit der App vertraut und wussten auch gleich, was für eine Heldengeschichte entstehen wird. Gut war, dass die Kinder völlig vorurteilsfrei an das Thema herangingen. Das war sehr gut, und ich würde es auch immer wieder so machen um ein völlig authentisches Ergebnis der Kinder zu bekommen.

Tipps und Tricks

Wenn man wie ich, auf eine App zurückgreift, sollten die Kinder schon den Umgang mit der App gewohnt sein, sonst lenkt das einarbeiten in die App sehr von dem Einarbeiten in das Thema ab.

Feedback

Den Kindern ging es gar nicht umbedingt darum einen Helden zu schaffen, sondern mehr darum, mit der App umzugehen. So oder so hatten die Kinder einen Riesen Spaß bei der Aktion. Sie lernten noch einige Tricks in der App aber auch, dass Helden nicht am Geschlecht festzumachen sind, sondern an dem, was ein Held ausmacht. Sich für andere einzusetzen. Das bedeutet es ein Held zu sein. Schön war für mich die Erkenntnis, dass es alle Kinder das Thema Held, nicht am Geschlecht festmachen, sondern an der Tat.

Ausblick

Die Kinder wollten unbedingt ihre Videos online stellen. Als Kompromiss wählten wir die "Nicht gelistet" Version von YouTube und einen Link an die Eltern um sich die Videos dort mit den anderen Kindern anzusehen.

Links und Material

Zusammenfassung des Projektes:


Autor*in: Katrin Lengenfelder - Pädagogische Gesamtleitung eines Kinderhauses in Mittelfranken

Ein Projekt von: Katrin Lengenfelder – Medien_Weiter_Bildung #gender 2020

Digitaler Workshop: Umgang mit Hate Speech

Das Projekt in einem Satz

Jugendleiter*innen der DPSG Augsburg begegnen in einem simulierten Chat Hasskommentaren, erleben diesen in verschiedenen Rollen (Angreifende, Angegriffene, Zuschauende und Eingreifende), reflektieren anschließend und gehen nach der gemeinsamen Erarbeitung von Strategien zum Umgang mit Hate Speech mit mehr Handlungssicherheit aus dem Workshop.

Aus Scrabble-Buchstaben wurde: Hi Haters gelegt.

Ziele

Sensibilisierung für die Auswirkungen von Hate Speech auf betroffene Gruppen, Auseinandersetzung mit einer Hasssituation im digitalen Raum, Reflexion des eigenen Verhaltens in digitalen Hasssituationen, Förderung der Handlungskompetenz in anonymen digitalen Hasssituationen.

Zielgruppe und Beteiligte

Projektablauf und Methoden

Der digitale Workshop hat 90 Minuten gedauert und war einmalig. Das Projekt war aufgeteilt in eine Einführung in die Thematik durch einen kurzen selbstgestalteten Erklärfilm über Hate Speech und anschließender Umfrage zu eigenen Erfahrungen mit Hate Speech mit dem Umfragetool Mentimeter. Anschließend gab es einen kurzen Input über die Grenzen der Meinungsfreiheit und rechtliche Hintergründe. Nach einer kurzen Zusammenfassung von aktuellen Studienergebnissen der FORSA-Umfrage 2020 über Hate Speech begann der Kern des Workshops: ein Rollenspiel in zwei Runden, einmal unvorbereitet und das zweite Rollenspiel nach der gemeinsamen Reflexion und Besprechung von Strategien zum Umgang mit Hate Speech. Abschließend wurden die Teilnehmenden mithilfe des Tools LamaPoll, um Feedback zum Workshop gebeten.

Projektrahmen

Das Projekt fand im Rahmen der außerschulischen Bildungsarbeit in dem Jugendverband der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg statt. Der Workshop diente als Fortbildungsmaßnahme für Jugendleiter*innen.

Eingesetzte Medien

Herausforderungen und/oder Punktlandungen

Schwierig war die Umsetzung der Thematik in der kurzenWorkshopdauer, was überraschenderweise jedoch sehr gut gelang. Die Teilnehmendenzahl war zwar recht klein, wodurch der Chatverlauf in den Rollenspielen nicht die Geschwindigkeit hatte, wie in einer reellen Situation. Auf der anderen Seite ermöglichte die kleine Zahl an Teilnehmenden aber eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik.

Tipps und Tricks

Wichtig: Kameras und Mikros müssen beim Rollenspiel aus sein und die Teilnehmenden sollten sich kurz vorher noch einmal aus dem Konferenz-Tool ausloggen und mit Phantasienamen wieder einloggen, damit der Hate-Chat gut simuliert werden kann. Bei der Reflexion Zeit einplanen, es ist wichtig, dass Jede*r zu Wort kommt.

Feedback

Das Feedback war sehr gut. Die Anwendbarkeit der Strategien im Umgang mit Hate Speech und die direkte Erprobung in der Hasssituation haben laut den Teilnehmenden zu mehr Handlungssicherheit geführt.

Sammlung von Wörtern in bunter Schrift für die Frage: " Was nimmst du aus dem Workshop mit?"

Ausblick

Anfang Februar wird der Workshop im Rahmen einer Weiterbildungsmaßnahme für Bildungsreferent*innen und Gemeindemitarbeiter*innen angeboten. Im Frühling wird der Workshop mit Fokussierung auf sexistische Hasskommentare mit Pfadfinder*innen und jungen Schüler*innen durchgeführt werden.

Links und Material

Erklärfilm

Autor*in: Daniela Ziegler, Fachreferentin für Medienpädagogik, Diözesanverband der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg Augsburg

Ein Projekt von: Daniela Ziegler – Medien_Weiter_Bildung #gender 2020

Selbstdarstellung

Das Projekt in einem Satz

In den drei Projektblöcken konnten Kinder und Jugendliche sich durch Foto- und Videoaktionen mit dem Thema Selbstdarstellung auseinandersetzen.

Ziele

Ziele waren zum Beispiel die Auseinandersetzung mit dem eigenen Bild, das Ausprobieren vor der Kamera, in verschiedene Rollen schlüpfen und auch die eigene Expertise im Umgang mit Medien mit anderen zu teilen. Außerdem auch der kreative Umgang mit Tablet oder Handy.

Zielgruppe und Beteiligte

Projektablauf und Methoden

Das Projekt beinhaltet 3 verschiedene einmalige Angebote für jeweils 2-3 Stunden:

Mädchen trägt eine Kamera um ihren Hals.

Projektrahmen

Das Projekt fand in der Freizeitstätte LOK Arrival statt, eine Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit (KJR München-Stadt).

Eingesetzte Medien

Herausforderungen und/oder Punktlandungen

Die große Herausforderung bei der Projektplanung war die häufigen Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Geplante Veranstaltungen mussten ersatzlos ausfallen (z.B. Mädchenfest als Pendant zum Fotoshooting beim Jungenfest). Deswegen gab es die Angebote Fotoshooting und TikTok-Abend nur jeweils für eine der beiden Geschlechtergruppen, was einen Vergleich schwierig macht. Zum anderen konnten Angebote wegen der Hygiene- und Abstandregelungen nur einzeln am gemeinsamen Endgerät stattfinden, was das geplante gemeinsame „Stöbern“ und Zeigen schwierig machte.

Als Punktlandung kann man die Inhalte bezeichnen. Das Interesse an Medienprojekten ist sehr groß und je mehr Kinder und Jugendliche selbst mitmachen, ausprobieren und gestalten können, umso besser. Sich selbst vor der Kamera auszuprobieren und in verschiedene Rollen zu schlüpfen hat den Teilnehmenden sehr viel Spaß gemacht.

Tipps und Tricks

Gute Vorbereitung der Materialien und eigene Kenntnis der Hardware / Software. Konkrete Fragestellung / Aufgabe. Genug Zeit / Betreuung einplanen. Ergebnisse an Teilnehmende rausgeben. Flexibel bleiben.

Junge blickt durch eine Spiegelreflexkamera.

Feedback

Alle drei Angebote kamen bei den Teilnehmenden gut an. Es gab verschiedene Lernziele:

  1. Bewusstsein für sich und seinen Körper herstellen. Verschiedene Posen / Ausdrücke ausprobieren.
  2. Selbstbewusstsein durch die Superheld*innen-Pose. Sich über seine eigenen Stärken bewusst werden. Technischer Aspekt der Internet-Recherche und Greenscreen-Nutzung.
  3. Jugendliche als Expertinnen der TikTok-App. Reflexion der Inhalte und Rollenbilder, die über Social Media vermittelt werden. Sicherheitsoptionen in Social Media verwalten.

Ausblick

2021 soll es in der Freizeitstätte wieder Angebote und Projekte zum Thema Social Media geben sowie Kreativangebote mit spielerischem Medieneinsatz, um weitere Kompetenzen zu vermitteln und zu zeigen, wofür man die digitalen Medien alles einsetzen kann. Ideen hierfür: Fotoshooting für Mädchen nachholen. Stopmotion-Film drehen. Makey Makey im offenen Betrieb ausprobieren. Schnitzeljagden mit ActionBound.


Autor*in: Mira Walter, Mitarbeiterin in der Freizeitstätte LOK Arrival des KJR München-Stadt (Bereich offene Kinder- und Jugendarbeit)

Ein Projekt von: Mira Walter – Medien_Weiter_Bildung #gender 2020

Durchblick im Mediendschungel: Medienhandeln

Wie nutzen Kinder und Jugendliche Medien? In welchem Zusammenhang stehen Medien mit ihren Entwicklungsaufgaben? Und was bedeutet Mediensozialisation? „Durchblick im Mediendschungel“ nimmt das Medienhandeln von Kindern und Jugendlichen in den Fokus und geht auf die zentrale Rolle von Medien für junge Menschen ein:


Produziert von Jana Kreisl (Illustration) | http://www.janakreisl.de/ und Maarten Isaäk de Heer (Animation).

Ein Erklärvideo von Medien_Weiter_Bildung des JFF – Institut für Medienpädagogik. Gefördert von: Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales